Mamazeiten – neue Rubrik – Mütter und bournout

Viele Menschen wissen nicht, dass auch Mütter Burnout bekommen können. Dabei meine ich jetzt nicht die Mütter, die arbeiten, die Kinder managen und vielleicht noch einen Verwandten pflegen und sowieso alleinerziehend sind. Ich rede von Müttern, die Vollzeitmama sind, verheiratet und sich „nur“ und ausschließlich um die Kinder kümmern.

Wie macht sich bournout bemerkbar?

Quelle wikipedia

Burn-out geht mit emotionaler Erschöpfung und dem Gefühl von Überforderung sowie reduzierter Leistungszufriedenheit einher. Die Symptomatik wird allerdings uneinheitlich beschrieben – Burisch identifizierte mehr als 130 Symptome – und überlappt mit der diverser anderer Störungsbilder (z. B. Depression).[2] Als Ursachen für Burnout wird häufig auf Stress rekurriert[3], wobei sowohl exogene Faktoren der (Arbeits-)Umwelt, als auch persönliche Dispositionen wie Perfektionismus oder die Unfähigkeit zur Abgrenzung diskutiert werden.[1]

Als Mama haben wir den Anspruch Alles richtig zu machen, gute Vorbilder zu sein, die Kinder zu guten Menschen zu machen, gesund zu kochen, eine saubere und ordentliche Wohnung zu haben, die Kinder nicht zu viel TV gucken zu lassen, hobbies zu fördern, Spielbesuche und Familie sehen. Vielleicht noch in Familien Sprachförderung, Ergotheraphie usw..  Außerdem sind wir noch Ehefrau, wir hier haben noch ein Haus, Garten, einen Hund und einkaufen usw. muss natürlich auch erledigt werden.

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Wir sind Sklaven der Uhr!

In der Woche hetzen wir Mamas von einem „Termin“ zum anderen. Mit Weckerklingeln geht es los mit anziehen, frühstücken, in den Kindergarten/Schule fahren, feste Essenszeiten, Sportprogramm, Verabredungen, Arzttermine usw.. Abends dann die Abendroutinen und schlussendlich noch in der Wohnung Klarschiff machen.

Wir sind auch in der Nacht erreichbar

In vielen Familien schlafen die Kinder nicht durch, so dass auch die Nacht nicht komplett erholsam ist. Tagsüber bleibt aber auch keine Zeit zum hinlegen – somit leiden viele Mamas unter Dauermüdigkeit

Verantwortung für die ganze Familie – das der Laden läuft

Die Verantwortung für drei Kinder ist riesig. Es ist nicht nur darauf zu achten, dass sie sich nicht verletzen oder das Waschmittel probieren wollen. Die Kleinen sind im Entdeckermodus, rennen ohne Schuhe raus, klettern überall hoch, fummeln überall rum usw.. Außerdem habe ich die Verantwortung ihnen ein Vorbild zu sein, die Welt zu zeigen, für Essen und trinken zu sorgen, Kompromisse zu schließen, fördern und fordern usw…

Als Mama bist du 24 Std/Tag, 365 Tage/Jahr im Einsatz. Ob Tag oder Nacht, die Kinder wählen Mama als ersten Ansprechpartner, zum kuscheln in der Nacht usw.. Irgendwann werde ich mal zählen, wie oft ich das Wort „Mama“ am Tag höre. Erst übt es Mama und Papa mit den lieben Kleinen und die Freude ist riesig, wenn das erste Mal „Mama“ über die Lippen kommt und nun ist es manchmal ein Wort, dass ich einfach nicht mehr hören kann. Ist natürlich tagesformabhängig.

Und täglich grüßt das Murmeltier!

Das Pensum ist tagtäglich enorm und jeder Tag ähnelt dem anderen. Es ist manchmal zermürbend und anstrengend. Natürlich lieben wir unsere Kinder und wir haben es uns genauso ausgesucht. Ich möchte mein Leben auch nicht tauschen aber wenn morgens um acht schon alle drei gemeint haben, weil sie sich streiten, Sachen weg nehmen oder bereits den Kakao verschüttet, das Klo verstopft oder die Schuhe aus der Tür geworfen haben oder ohne Schuhe draußen vor Einem weg laufen (ja das gibt es wirklich) – dann zieht es sich über den ganzen Tag. Je nach Phase geht es auch Morgen und übermorgen so weiter und dann… ja dann kann Mama auch nicht mehr.

Woran erkenne ich das ich kurz vor einem Burnout stehe und was mache ich dann?

Quelle: Apotheken Umschau

  • Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung: Die Betroffenen haben den Eindruck, dass sie ihre täglichen Aufgaben nicht mehr bewältigen können, fühlen sich überfordert und müde. Sie haben das Bedürfnis nach immer mehr Ruhepausen. Doch die Erholung hält nicht mehr so lange an wie gewohnt. Vielen fällt es immer schwerer, nach der Arbeit „abzuschalten“.

  • Nachlassende Leistungsfähigkeit: Die Arbeit gelingt nicht mehr. Es kommt zu Konzentrationsstörungen und Nervosität. Entscheidungen fallen schwer. Fehler passieren. Die erhofften Erfolgserlebnisse bleiben aus. Oft versuchen die Betroffenen dann, umso intensiver zu arbeiten, um gegenzusteuern – was ihnen noch mehr Kraft raubt. Ängste können entstehen. Die emotionale Belastbarkeit nimmt ab.

  • Rückzug: Viele Burn-out-Betroffene igeln sich immer mehr ein. Sie geben Hobbies auf und vernachlässigen Partner und Freundeskreis.

  • Innere Leere, Sinnverlust: Die Freude am Alltag geht immer mehr verloren. Nichts macht mehr Spaß, alles ist anstrengend. Unzufriedenheit und Gleichgültigkeit machen sich breit. An die Stelle der ursprünglichen Begeisterungsfähigkeit tritt Zynismus, schließlich Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.

 

Wichtig ist es, seinen Körper zu kennen und die Symptome ernst zu nehmen. Wir haben hier drei kleine Kinder und ich selbst komme im Moment auch sehr oft an meine Grenzen. Ich fühle mich dann erschöpft und müde, antriebslos und habe keine Energie, mit den Kindern großartige Unternehmungen zu machen. Ein wichtiges Alarmsignal ist bei mir, dass ich Ohrenschmerzen (meist links) bekomme und Tinnitus. Auch bin ich leichter gereizt oder bin weinerlich. Weinen baut Stress ab – dennoch ein Alarmsignal, dass ich auf jeden Fall immer Ernst nehme.

Leider ist es nicht so einfach aus seinem „Hamsterrad“ raus zu kommen und für mehr Erholung zu sorgen. Denn das „ausschlafen am Wochenende“ löst das Grundproblem nicht.

Nichts desto trotz habe ich für mich Maßnahmen entwickelt, dass ein Tief schnell überwunden werden kann.

  • Die Hand heben: Mit dem Partner sprechen, dass Grenzen erreicht sind
  • Hilfe einfordern: Mount Washmore scheint unbezwingbar? Auch wenn ich es furchtbar ungern mache, dennoch würde ich Eltern/Schwiegereltern um Hilfe bitten
  • Ruhezeiten – ruhen: Kinder im Kindergarten – auch wenn es nur zwei Stunden sind. Den Haushalt liegen lassen, Trash TV schauen oder Dinge tun, die für mich selbst sind. Natürlich ist es auch Stress zu wissen, dass die Wohnung schlimm aussieht usw. – dennoch – hinlegen und entspannen, baden usw… den Akku wieder ein wenig laden. Der Haushalt rennt nicht weg
  • Denken: Überlegen was wirklich wichtig ist, ob die Meinung von Anderen über dem Wohle der eigenen Gesundheit steht. Lernen drüber zu stehen und sich nicht permanent unter Druck zu setzen. Niemand weiß wie schwierig die Situation derzeit zu Hause ist. Niemand kann sich genau reinversetzen oder hat heimlich zu gesehen.
  • Ansprüche überdenken: 3 kleine Zwerge entdecken die Welt und das an drei verschiedenen Orten in der Wohnung. Aufräumen – ein Kampf gegen Windmühlen – das Einzige ist Schadensbegrenzung. Spiele ich mit den Kindern, kann ich nicht aufräumen. Scheint die Sonne muss ich entscheiden – raus oder Haushalt. Es ist wichtig den eigenen Anspruch zu überdenken
  • Organisation – LEAN Management zu Hause – die Wohnung so umstrukturieren, dass nicht soviel Chaos gemacht werden kann. Nicht zu viel Spielzeug im Wohnzimmer, den Garten so anlegen, dass es auch nach den eigenen Bedürfnissen geschafft werden kann. Dann gibt es nur noch Kübel und keine Beete. So lange die Kinder klein sind, müssen Prioritäten gemacht werden
  • Es nicht allen Recht machen wollen – Nein sagen: Der Anspruch von Anderen ist nicht dein Eigener. Ich selbst denke immer, ich mache das was ich kann und wie wir uns wohl fühlen. Es ist unser Leben und unsere Entscheidung. Nein sagen fällt Niemanden leicht aber um mich selbst zu schützen und zu entlasten ist das ein wichtiger Aspekt.
  • Nimm Dir Zeit für Dich: schwimmen gehen, mit Freundinnen treffen oder einfach mal in die Stadt fahren. Zeit für sich selbst lädt ebenfalls den Akku auf

 

Natürlich wäre auch ein Urlaub Entlastung oder eine Putzfrau. Ich könnte hier noch viele weitere Punkte aufschreiben. Ich denke am wichtigsten ist es, die Situation erkennen und Ernst zu nehmen. Sollte das Alles nichts mehr bringen, dann muss ein Arzt konsolidiert werden und vielleicht wäre eine Kur auch sinnvoll. Selbstverständlich gibt es auch noch pflanzliche Mittelchen, die eingenommen werden können und auch der Hormonhaushalt/ Zyklus kann eine Bedeutung über das Empfinden entscheiden. Darüber schreibe ich dann aber vielleicht ein anderes Mal.

Ich finde last but not least noch wichtig, auch unsere Männer haben Stress und leisten viel. Wir Frauen dürfen durchhängen – keine Frage – aber auch der Mann darf Tiefpunkte haben. Wir müssen aufeinander achten und sprecht viel miteinander!

8 Kommentare zu „Mamazeiten – neue Rubrik – Mütter und bournout

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  1. Bei uns Frauen spielen die Hormone auch eine wichtige Rolle. Ich bin beispielsweise vor der Regel viel empfindlicher, fahre schneller aus der Haut usw… Wir haben hier drei kleine Kinder, drei Individuen, die die Welt entdecken und begreifen möchten. Ich finde es völlig ok, wenn Mamas an Grenzen kommen. Es ist nur extrem wichtig es zu erkennen und einzulenken. Ich drücke die Daumen das es schnell klappt – Kinder sind unglaublich!

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  2. Ein sehr wichtiges Thema, dass jeden einmal betreffen kann. Aber besonders als Mama scheint der Druck sehr hoch zu sein. Das sehe und höre ich immer wieder. Ich selbst habe noch kein Kind aber wir basteln daran. Manchmal hab ich aber auch etwas Angst davor ob wir das gut meistern werden.
    Alles Liebe <3 Dany von https://www.danyalacarte.de/

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  3. Ein guter Bericht und einige Mütter sollten ihn beherzigen und deine Tipps annehmen.
    Allerdings denke ich, dass es schwer wird die Umgebung darauf aufmerksam zu machen.
    Ich selbst merke es auch -obwohl mein Sohn schon aus dem Haus ist -heute noch mit meinen beiden Fellnasen, Garten etc…
    Aber … und jetzt kommt es, mein Mann merkt es auch und drückt bei mir auf die Bremse und gibt mir diese Auszeiten.
    Man selbst nimmt sie kaum wahr, weil man eben zu gefangen ist und solange der Partner -sofern man einen hat – nicht einfühlsam ist, nützt auch ein Hilferuf leider wenig.
    LG Sabana

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  4. Ich glaube jede Mama kommt ab und an mal an ihre Grenzen. Erkennen und frühzeitig dagegen steuern ist wichtig. Das ist aber auch manchmal leichter gesagt als getan

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