Mama, Papa, Kinder – wenn Ehepartner nebeneinander her leben

Seien wir einmal ehrlich. Familien mit mehr als einem Kind (wir haben drei davon), da dreht sich von morgens mit dem Augenaufschlag, bis zum schlafen gehen – einfach Alles um die Kinder. Wenn Mama und Papa die Gelegenheit haben, einmal schick Essen zu gehen, worüber reden sie – natürlich über die Kinder.  Doch woran liegt das eigentlich? Warum gibt es zwischen Ehepartnern meist keine anderen Themen mehr?

Die Tage verlaufen in fast allen Familien ähnlich. Der Mann verlässt morgens das Haus zur Arbeit und kommt abends zwischen 17 Uhr und 19 Uhr nach Hause. Je nachdem ist er gestresst, demotiviert oder hat den ganzen Tag Kunden bedient, beraten usw.. Er hat wahrscheinlich viel geredet oder körperlich gearbeitet und kommt nun nach Hause. Bereits an der Haustür stürmen die (wohl meist noch kleinen) Kinder auf ihn zu „Papa ist zu Hause!“ Keine Chance kurz Pause zu machen. Schnell noch ein Begrüssungsküsschen für die Frau und dann spielen. Vielleicht steht aber auch noch Gartenarbeit an, Fußball oder einkaufen. Vielleicht kommen noch Oma und Opa oder Onkel und Tante vorbei oder es ist noch Spielbesuch der Kinder da. Abends fangen dann die Familienroutinen an: Abendessen und Kinder ins Bett.

Der Tag der Frau hingegen dreht sich ausschließlich um die Kinder (sofern sie wie ich zu Hause ist und noch nicht arbeitet). Morgens aufstehen, frühstücken, anziehen, fertig machen und zum Kinderarten oder zur Schule fahren. Kleine Kinder wollen zu Hause bespasst werden. Zwischendurch noch Wäsche waschen, saugen, wischen, Staub wischen, Bäder putzen, Wäsche waschen und das Mittagessen fertig machen. Dann Mittag essen, teilweise Mittagsschlaf, die Küche wieder aufräumen und dann die twins wieder anziehen und den Großen aus dem Kindergarten holen. Am Nachmittag stehen wie bei den meisten anderen Familien Aktivitäten an, wie Spielbesuche, Sport, raus in die Natur, Rad fahren usw…  Die Abendroutinen, dann das Chaos vom Tag aufräumen, die Wäsche noch fertig machen und meist ist es dann bereits 20.00 Uhr oder später. In vielen Familien gehen die Kinder nicht um 19.00 Uhr ins Bett sondern sind länger wach. Beide haben einen mega anstrengenden Tag hinter sich. Bei uns will dann noch die Wuffeline bewegt werden und dann können wir eigentlich direkt wieder schlafen gehen. So oder so ähnlich ist es in den meisten Familien – die Ehepartner merken gar nicht, dass sie eigentlich nebeneinander her leben. Doch wie lässt sich das ändern?

Ich bin keine Psychologin und habe sicherlich nicht das Geheimrezept aber wir denken, dass es auf ein paar wesentliche Dinge ankommt und die helfen, dass mein Mann und ich uns nicht aus den Augen verlieren.

  • Die Situation „neutral“ betrachten und sich bewusst machen. Sich Gedanken über den Alltag des Anderen machen und sich bewusst machen, dass die Kinder im Fokus sind
  • Kreativ überlegen, wie kleine „Ausbrüche aus dem Hamsterrad“ aussehen könnten. Gibt es einen Babysitter, einen Tag in der Woche abends zu zweit reservieren und gemeinsam einen Film schauen. Einmal im Monat einen Abend etwas zusammen unternehmen, wie Essen gehen usw.
  • Freiräume Füreinander schaffen. Ich gehe beispielsweise zweimal die Woche schwimmen, mein Mann Fahrrad fahren. Auch Kumpels und Freundinnen treffen ist wichtig und sorgt für ein bisschen Entspannung
  • Merken das der Andere vielleicht auch ein paar Abende in der Woche für sich braucht. Mein Mann geht dann bspw. an den Rechner
  • Sich bewusst machen, wann war der letzte Kuss, kuscheln wir abends eigentlich noch zusammen im Bett, wann hatten wir das letzte Mal Sex usw..

Es ist wichtig auch die Situation als Ehepaar nicht aus den Augen zu verlieren. Viele Eheleute sind einfach zufrieden so wie es ist, dabei könnte es noch so viel schöner sein. Zeiten in Denen wir uns freuen – endlich sind die Kinder im Bett. Heute machen wir das Terrassenfeuer an und trinken ein Glas Wein zusammen. Diese Momente sind kostbar und wertvoll – sie stimmen glücklich und machen stolz – probiert es einfach aus. Es tut wirklich gut.

Es ist auch wichtig aus dem Familienalltag raus zu kommen und Energie zu tanken. Andernfalls können auch Mamas Depressionen bekommen und darunter leidet die komplette Familie.

Lesetipp: Mama und Burnout

Nebenbei dürfen Mamas und Papas auch nicht vergessen, auch die Kinder spüren, ob es zwischen Mama und Papa harmonisch ist oder sie viel streiten oder sich angiften. Kinder haben ein sehr feines Gespür für Stimmungen und spätestens im Umgang untereinander zeigen sie uns sehr deutlich, wie wir mit ihnen umgehen oder welche Eigenschaften wir ihnen vorleben. Die Kinder sind wie ein Spiegelbild und es lohnt sich auf jeden Fall ein Blick darauf zu werfen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Das ist allerdings auch leichter gesagt als getan – natürlich gibt es immer Phasen, da streiten wir uns auch öfter oder wir sind gesundheitlich angeschlagen, Stress auf der Arbeit usw.. Das Wichtige ist jedoch das wir es merken, es dem Anderen sagen und versuchen es zukünftig besser zu machen.

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Offene Kommunikation ist für uns mit der wichtigste Bestandteil unserer Ehe. Sich die Zeit nehmen zu sprechen. Über die Kinder, den Alltag, Finanzen aber auch den Beruf und Zwischenmenschliches. Wissen was den Partner bewegt und welche Träume und Wünsche er derzeit verfolgt.

Gemeinsame Ziele haben ist auch ein essentieller Teil, denn als wir zusammen gekommen sind und so geht es sehr vielen Familien, da war der Wunsch nach einem Haus, Familie, vielleicht Haustieren usw.. Mittlerweile haben wir ein Alter erreicht, da haben wir uns das Alles zusammen gekauft bzw. eine Familie gegründet. Wo sind aber die Ziele? Wir haben Alles und jetzt leben wir einfach so weiter vor uns hin? Das macht schnell unglücklich und jeder Ehepartner träumt mit Sicherheit vor sich hin und wünscht sich einen großen Urlaub, träumt vielleicht davon sich selbständig zu machen usw… Das mit seinem Mann/seiner Frau zu teilen, darüber zu diskutieren und philosophieren, ist nicht nur Kommunikation sondern sorgt auch dafür, dass Beide an einem Strang ziehen und sich auch weiterhin gemeinsam in eine Richtung weiter entwickeln können.  Oft verlieren sich Partner im Laufe der Zeit und spätestens wenn die Kinder aus dem Haus sind, fragen sie sich wer denn der fremde Mann/fremde Frau da mit am Tisch ist. Eine Beziehung ist und bleibt Arbeit – mit Kindern mehr als vorher.

Interesse füreinander. Das hört sich leicht an aber ist es nicht. Bei uns ist es bspw. so, der Mann arbeitet Vollzeit und ich bin zu Hause mit den Kindern. Er verdient also das Geld und hat einen stressigen job. Oft kommt er mit Arbeitsthemen im Kopf nach Hause und kann sie abends nicht einfach an die Garderobe hängen. Für ihn ist es sehr schwer sich dann die für ihn „Kleinigkeiten“ im Familienalltag anhören. Was ist im Kindergarten passiert, was hat der Große heute gemacht, warum haben sie schlecht gegessen usw.. ABER und das ist wichtig, in meiner kleinen Welt sind das die Themen, die wichtig sind, mit Denen ich mich auseinander setzen muss – wo ich vielleicht auch einfach mal einen Vorschlag oder ein Ohr zum zuhören benötige. Genauso andersherum. Mein Mann möchte auch vom Arbeitstag, Kollegen usw. erzählen – auch weil es ihn beschäftigt. Das zu vereinbaren ist nicht immer einfach aber ist wichtig. Niemals sollten die Themen des Anderen abgeschätzt werden. Der Laden läuft nur mit Beiden und Jeder trägt seinen Anteil dazu bei.

Es ist also ein komplexes aber extrem wichtiges Thema – verliert Euch nicht aus den Augen. Es muss Zeiten für die Familie, alleine aber vor allem auch gemeinsam geben. Familie ist so wunderbar und kostbar – jede Anstrengung zahlt sich doppelt und dreifach wieder aus!

Bis bald ihr Lieben Eure Nini

3 Kommentare zu „Mama, Papa, Kinder – wenn Ehepartner nebeneinander her leben

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  1. Ein ganz toller Beitrag! Ich selbst habe zwar keine Kinder, frage mich aber immer wieder, wie Paare ihr Liebesleben noch auf die Reihe bekommen, wenn sie Kinder haben. Ich sehe es immer wieder bei Bekannten, deren Beziehungen oftmals zu zerbrechen drohen, wenn sie Kinder in die Welt setzten.
    Deine Tipps finde ich super, ich denke ebenfalls, dass man sich ganz bewusst Freiräume schaffen muss und eben auch Zeit zu zweit planen, um aus dem Hamsterrad auszubrechen…
    Schließlich ist man ja nicht nur Elternteil sondern auch noch Mensch, Frau und Mann. Mit eigenen Bedürfnissen und Wünschen und die sollten trotz Kindern nicht komplett vernachlässigt werden.
    Wichtig ist es, eine gesunde Balance zu finden :)

    Liebe Grüße, Kay.
    http://www.twistheadcats.com

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  2. Ein wirklich toller Bericht!!!! Danke Dir!

    Ich bin auch selbst Mutter, habe ein Kind, in vielen Punkten ist es mit einem Kind einfacher, aber es gibt auch Punkte, da ist es mit einem Einzelkind schwerer, da es zum Beispiel im Alltag niemanden hat zum spielen, ausser man macht ab oder geht auf den Spielplatz!

    Jetzt ist unser Kind schon älter und das macht es auch einfacher, aber wir haben immer geschaut, dass unsere Ehe nicht zu kurz kommt, wir hatten auch lange einen Babysitter, so dass wir mal zusammen Essen gehen konnten, aber wie du schon geschrieben hast, es gibt oft um die Familie/Kind! ;oD

    Hab einen schönen Tag!

    xoxo Jacqueline
    http://www.hokis1981.com

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  3. Guten Morgen meine Liebe.
    Wenn wir mal weg gehen, sprechen wir automatisch irgendwann wieder über die Kinder, sie sind eben unser Lebensinhalt, um die vier dreht sich eben alles. Es ist bei uns auch so, dass mein Mann morgens das Haus verlässt und gegen 17 Uhr oder gar später, vorausgesetzt er hat Überstunden oder muss noch einkaufen, nach Hause kommt. Dazwischen liegen sogar noch zweimal die Autofahrten die vierzig Minuten betragen. Ich hingegen bin den ganzen Tag um die Kinder herum, bin für die Kinder da, versuche auch noch eine Auszeit für mich zu schaffen, was wahrlich schwierig ist. Dann noch der Haushalt, dass Mittagessen und das Gute ist, dass wir keinen Hund haben. Hat Vorteile wenn man Katzen hat und Kleintiere aber auch die möchten eben versorgt werden. Ja, so dreht sich der Tag dann, die Zeit rennt. Ich kenne das nur zu gut.

    Wir sind sehr selten alleine und somit als Paar unterwegs. In den fast sieben Jahren waren es wenn es hochkommt 5-7x. Davon fünf Mal zum Einkaufen alleine und die anderen beiden Male hatten wir Zeit für uns. Mein Mann selbst pflegt seine Kontakte zu seinem Freund und seinem Hobby, nimmt sich aber natürlich mehr Zeit für die Familie. Ich hingegen habe nur das hier, zudem meinen Blog und das Lesen. Das sind Dinge, zumindest das Erste, was ich nur Zuhause machen kann. Das was mich am Draußen reizt, ist höchstens das Fotografieren und das Fahrrad fahren zur Bücherei. Im Sommer geht das dann wieder los, im Moment ist das Wetter überhaupt nicht danach.

    Daher gilt für uns: Ein Küsschen am Tag, eine Streicheleinheit, wenn die Kinder spielen mal kuscheln auf dem Sofa, sagen das wir uns lieben.

    Liebste Grüße,
    Sandra.

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