Wenn Kinder nicht gerne malen – Beidhändigkeit bei Vorschulkindern

Mein großer Sohn ist fünf Jahre alt, die Zwillinge sind zwei Jahre alt. Die Beiden lieben es zu malen und an den kleinsten Dingen rumzufummeln, zu sortieren oder auch Steckspiele. Beide nutzen dafür die rechte Hand und üben jeden Tag ihre Feinmotorik. Die Stifthaltung ist bereits fortgeschritten und schon fast wie sie bei Schulkindern sein sollte.

Mein Großer im Alter von zwei Jahren hat geturnt, geklettert und am liebsten im Sandkasten gesessen. Motorikspiele oder Sortierkästen hat er nie gemocht. Malen – zack ein paar Linien und fertig ist das Bild. Schere – ja immer gerne aber um im Garten Blümchen zu schneiden. Als Kleinkind hat er Alles mit der linken Hand gemacht, später dann auch mit der rechten Hand. Das ist heute mit fünf noch genauso. Er überkreuzt nicht – also wenn er einen Stift in der rechten Hand hält und das Radiergummi haben möchte, das ebenfalls rechts liegt, dann legt er den Stift hin und nimmt mit der rechten Hand. Würde er überkreuzen, hätte er es mit der linken Hand genommen.

Kinder legen sich irgendwann fest und nutzen entweder die linke oder die rechte Hand. Werden Beide genutzt, so wird von „Beidhändigkeit“ gesprochen.

Die Feinmotorik hängt stark mit der Sprache und Muskelspannung im Mund zusammen. Wie oft haben wir schon Kinder gesehen, die beim malen die Zunge raus strecken. Unser Sohn mochte und mag aber keine Fummelsachen und so hat er sich noch immer nicht für eine Hand festgelegt. Das heißt aber auch, er hat noch seine kleinen Schwierigkeiten. Stifthaltung, ausschneiden oder Bilder malen. Die Zwillinge trainieren bereits mit zwei Jahren täglich ihre Fertigkeiten mit der rechten Hand. Er wechselt hin und her und so kann er mit Beiden schreiben und malen aber eben nicht besonders gut.

Welche Maßnahmen sind möglich und wie gehen wir mit der Situation um?

Im Kindergarten wurde uns geraten mit dem Kinderarzt zu sprechen und eventuell Ergotheraphie zu machen. Dazu bedarf es aber einem Test, ob die Tendenz mehr zur Linkshändigkeit oder Rechtshändigkeit geht. Ein umschulen auf die falsche Seite wäre aber nicht gut für die Hirnentwicklung und kann dazu führen, dass er Konzentrationsprobleme bekommt oder unsicher im Verhalten wird (Quelle).

Also was machen?

Unser Weg ist der, dass wir noch ein wenig abwarten aber ihn animieren mehr zu malen und zu schneiden. Wir versuchen sein Interesse in die Richtung zu wecken und Spaß an der kreativen Gestaltung zu bekommen. Erst dann sehen wir, ob er sich für eine Seite festlegt. Um ihn zu animieren habe ich folgende Idee gehabt und direkt ausprobiert.

Idee Vorschulkinder zum malen und schneiden zu animieren

Wir haben über ebay Kleinanzeigen einen Schulranzen und eine Federmappe gekauft und zusätzlich noch zwei Hefte und einen Ordner.Dann habe ich ein Schreib- und ein Malheft gestaltet. Ich habe festgestellt, dass er einfach nicht weiß wie er bspw eine Blume malen kann. Wenn ich also sage: „Male doch mal ein Blümchen“, dann krickelt er irgendwas hin aber schlussendlich weiß er nicht wie es geht. Also habe ich links vorgemalt und auf der rechten Seite frei gelassen für sein Bild.Mit der Zeit werden die Bilder schwieriger und die Größenverhältnisse spielen eine Rolle.Im nächsten Schritt werde ich die Vorlage einmal auf die linke und dann auf die rechte Seite malen und sehen, ob er dann die Hand tauscht oder auch mit rechts zeichnet.Im Ranzen hat er dann noch ausgedruckte Fehlersuchbilder sowie Schneidevorlagen. Außerdem gibt es ein Heft zum schreiben üben. Er liebt es derzeit seinen Namen zu schreiben. Da hat er sich noch nicht beschäftigt aber das hat auch Zeit.Fazit:Seit wir den Schulranzen haben, ist er mächtig stolz und holt ihn auch immer wieder vor. Er malt oder macht Fehlersuche und auch im Kindergarten ist es bereits aufgefallen, dass er freiwillig Mama ein Bild malen möchte. Wir sehen jetzt schon eine Tendenz zur rechten Hand aber werden einfach abwarten und vertrauen in ihn und sein Entwicklung haben. Parallel dazu male ich und bastel mit den drei Kindern mehr als sonst, um ihn weiter zu motvieren. Am Wochende will Papa mit ihm ein Dinomobile bauen. Ich werde berichten.

2 Kommentare zu „Wenn Kinder nicht gerne malen – Beidhändigkeit bei Vorschulkindern

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  1. Dankeschön! Die Umschulung war früher normal. In der Schule haben sie gesagt das es super wäre, wenn er mit beiden Händen schreiben kann. Natürlich hängt er aber bisschen hinterher durch die Wechselei. Mein Mann und ich können aber auch mit links schreiben und ich bin wirklich froh, dass es das Denken mit „böser Hand“ heutzutage nicht mehr gibt.

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  2. Hallo, ein spannender Beitrag. Ich finde es sehr wichtig den Kindern ihren Lauf zu lassen. Aus eigener Erfahrung kann ich sprechen: Ich hatte von Anfang an die Tendenz zur linken Hand. Meine Oma, die mit im Haus bei uns wohnte, wollte es mir partout abgewöhnen. Die linke Hand war die böse Hand. Meine Oma ist vor meiner Einschulung verstorben und da hatte ich keinen Zwang mehr zur rechten Hand zu wechseln… meine Mutter ließ mich wie ich wollte. Ich habe immer gerne und gut gemalt, nur eben mit links. Heute mache ich viele Dinge mit links, schreiben, malen… aber auch sehr viel mit rechts, schneiden, die Computermaus bedienen etc…

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