“32 Stunden Wehen, Herzfehler, fast taub und eine Rückführung mit Wirkung” – Lenchen im Interview zur Blogreihe Familie – 1. Teil

Heute möchte ich Euch erneut in einem zweiteiligen Interview eine neue Familie vorstellen. In meiner Blogreihe “So leben und lieben Familien in Deutschland”, zeige ich das Leben wie es ist – ungeschönt und ehrlich. 

Lenchen ist 24 Jahre alt. Ihr Sohn Julian ist mittlerweile drei Jahre alt und hat in seinem kurzem Leben schon sehr viele Ärzte und Krankenhäuser gesehen. Schon der Start in sein Leben war beschwerlich. Lenchen hat mir im Interview von der Geburt, der Zeit danach erzählt aber auch ehrlich ihre kritische Meinung zu unserem Gesundheitssystem usw.. geäußert. Wir machen Alle unsere Erfahrungen und ziehen unsere ganz persönlichen Schlüsse daraus. Ich danke Dir Lenchen, für Deine Offenheit und deinen Einblick in euer Leben.

Im Internet findet ihr Lenchen auf Instagram unter: delaines_wundersame_welt


Das Interview mit Lenchen: “Wir haben mit seiner Seele gesprochen”


Bitte beschreibe kurz deine Familie. 

Wir sind eine noch 3 Köpfige Familie , zu der mein Mann (auch wenn wir nicht verheiratet sind) 34 Jahre, ich 24 Jahre, unser Sohn 3 Jahre und diverse Tiere (Hund, Katze, Pferd) gehören. Wir wohnen in unserem eigenen Haus, das wir vor 2 Jahren gekauft, in einem sehr dürftigen Zustand gekauft haben und immer noch nach und nach dabei sind es zu sanieren. Unsere Einstellung hat sich grundlegend seit der Geburt unseres Sohnes verändert. Ich bin schon alternativ aufgewachsen, kannte Reiki, Familienstellen nach Hellinger und diverse homöopathische Mittel im Vorfeld schon.
 

Die Schwangerschaft und auch Geburt sind nicht wie erwartet verlaufen. Magst Du uns Deine Geschichte erzählen?

Als ich meine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin (Krankenschwester) im Krankenhaus machte, wurde ich im 2. Lehrjahr schwanger. Für mich war klar, ich werde weiter arbeiten gehen und lediglich den gesetzlichen Mutterschutz aussetzen.Meine Schwangerschaft war sehr anstregend, ich hatte n Nierenstau 2. Grades, viel Wasser, Frühwehen und zu guter Letzt stand ich kurz vor der Schwangerschaftsvergiftung. Bis fast zum Schluss habe ich Schmerzmittel genommen, wegen dem Nierenstau. Rückblickend war es so anstrengend, weil ich einfach zu viel um die Ohren hatte, mit der Ausbildung, dem allen gerecht zu werden etc..
 
Damit ich nicht noch mehr Zeit ”verliere” habe ich mir bei 40 + 1 einen Wehencocktail selbst gemacht zu Hause, zu dem Zeitpunkt war mein Muttermund Fingerkuppen durchlässig und die beste Freundin meiner Schwester, ist Frauenärztin und gab meiner Schwester das Rezept für den Cocktail. Ich bekam nachts auch Wehen, heftige und starke Wehen. Alle Muttermund unwirksam. Wir sind dann gegen halb 6Uhr morgens ins Krankenhaus gefahren, weil die Wehen in immer kürzeren Abständen kamen. Im Krankenhaus angekommen, musste ich ans CTG durfte mich nicht bewegen und wurde untersucht. Nach 2h ca wurde ich in ein Wehenzimmer gebracht, ebenfalls mit CTG um Bauch. Gegen Mittag erholte mich etwas, denn die Wehen ließen nach und kamen nur noch sporadisch alle 10-15 Minuten Eine.
Immer wieder kamen Schwestern nach mir sehen, sagten das den Ärzten, dass es ihnen so nicht gefällt –  was genau denen nicht gefiel, wurde mir nicht gesagt. Sie fragten mich immer wieder, ob ich Schmerzmittel möchte. Ich verneinte immer wieder. Abends war dann wieder Schichtwechsel und ich bekam eine neue Schwester, die mich fragte, ob ich was Homöopathisches haben möchte, damit die Geburt dann endlich mal ginge. Ich dachte mir, ach was Homöopathisches wird schon nicht schaden. Also nahm ich 5 Kügelchen, die sie mir brachte. Eine Stunde später kamen wieder heftige Wehen und ich fragte , ob mich nicht nochmal Jemand untersuchen könnte. Es kam eine Ärztin und eine Hebamme , da lag ich bereits 25h in den Wehen. Die Ärztin meinte, das es immer noch 1cm sind und ich Schmerzmittel bekommen könnte, ich bejahte das. Sie wollten mir ein Zäpfchen bringen, was ich verneinte, da mein Darm sich alle 5 min entleerte. Ich wollte Tabletten, die gibts schließlich auch. Die Schwester brachte mir 2 Tabletten, das eine war die Schmerztablette und die Andere kannte ich nicht. Ich fragte die Schwester, was das für eine Pille sei, sie meinte dann, dass sei eine Schlaftablette und ich solle sie unbedingt nehmen, damit ich nochmal Kraft tanken kann. Ich fühlte mich genötigt, also nahm ich Beide. Die Schlaftablette machte es aber nur schlimmer. Ich war so ,,dämmerich” und umso unerträglicher wurden die Wehen. Ich konnte nichts wirklich machen. Die Ärztin beschloss dann, mir ein Schmerzmittel zu spritzen und die Schwester solle das doch bitte fertig machen. Als ich nach weiteren 45 Minuten immer noch den Wehen unterlag, durch das Schlafmittel, ist mein Mann los zur Schwester, die im Schwesternzimmer mit ihrem Handy saß. Sie fragte ihn, ob er was suche, und er sagte: ,, Ja, Sie” ,, Sie wollten meiner Frau schon vor einer dreiviertel Stunde Schmerzmittel geben.” Daraufhin entgegnete Sie ihm, das sie das ja erst anmischen muss. Ich bin wie gesagt selbst Krankenschwester und das anmischen von Schmerzmedikation dauert 2 min. 10 Minuten später standen Ärztin, Hebamme und die Nachtschwester in meinem Zimmer. Ihre Aussage:,, Wir nehmen Sie jetzt mit in Kreissaal, Schmerztherapie” Mein Mann guckte mich ganz fragend an und fragte , ob er mit soll. Natürlich sollte er mit. Die Ärztin und die Hebamme meinten aber, dass er lediglich zum sich Verabschieden mitkommen darf. Im Kreissaal angekommen, wurden mir 2 Sachen gespritzt, woraufhin ich nur noch sagte, dass mir schummrig wird und die Ärztin meinte:,, Das soll auch so” Ich schlief ungefähr 2h, wachte dann schmerzerfüllt auf, klingelte, weil ich auch zur Toilette musste. Die Nachthebamme kam, meinte nur, ich soll mich nicht so anstellen, sie können mir nicht dauernd was geben (was ich gar nicht wollte) und das sie das CTG abwarten muss und ich jetzt ein mobiles CTG umhabe und einfach auf Toilette gehen kann. Ich bin auf dem Weg zur Toilette fast umgefallen, Kreislauf war total im Eimer. Auf Toilette dann angekommen, habe ich scheinbar den Schleimpropf verloren und es war alles voller Blut. Ich klingelte wieder, sagte es sei alles voller Blut und sie meinte: ,, Dass ist jawohl normal, sie bekommen schließlich ein Kind” Als ich nachfragte ob Sie mich bitte untersuchen könnte, sagte sie mir, das erst das CTG noch laufen muss, bevor sie mich untersuchen kann. Ich war alleine, voller Schmerzen und Blut. Mein Mann durfte nicht zu mir. Ich schaute auf die Uhr, wusste das 6:00Uhr wieder Schichtwechsel ist und klingelte dann. Tatsächlich, endlich ein anderes, neues und junges Gesicht. Ich schilderte Ihr alles und sie versprach mir, dass sie nur noch ein Zimmer übergeben bekommen muss und dann sofort zu mir kommt. Sie kam nach 5 min, untersuchte mich und sagte mir, das der Muttermund nun 4cm offen ist und der Gebärmutterhals komplett weg ist. Wir würden jetzt in einen anderen Raum gehen, weil die Geburt los geht. Ich fragte, ob ich meinen Mann anrufen dürfte und sie sagte mir, das ich erst einen Einlauf bekommen muss, ihn aber schon anrufen kann. Ich fragte mich Einlauf?? Ich war ständig auf Toilette, was soll da noch kommen?? Aber nun gut, auch Dies lies ich über mich ergehen, hielt 10 min aus, bin auf Toilette und merkte, das ich Presswehen bekam. Die Hebamme kam fast zeitgleich mit meinem Mann, ich sagte ihr das ich Presswehen habe oder es zumindest glaube. Sie schaute nach und sagte nur:,, Ja, geht los , es sind 9 cm.” Leider dauerte es von dort an immer noch 2h bis unser Sohn auf der Welt war. 2h voller Presswehen. Der Kopf rutschte immer wieder zurück, ich durfte mich nicht so hindrehen wie ich das wollte, hielt es im Stand aber auch nicht mehr aus. Die Ärztin kam, entnahm unserem Sohn im Geburtskanal noch Blut aus dem Kopf, um nach der Sauerstoffsättigung zu sehen. Ich fragte, warum sie das machen. Man antwortete mir, das es Routine sei, bei so langen Geburten. Die Hebamme spritzte mir zwischendurch eine ,, Wehenpause”, die aber nichts brachte. Danach schnitt mir die Hebamme in den Damm. Ohne Vorwarnung und ohne zu fragen.
 
Nach 2h war dann endlich unser Sohn da, blau. Ich fragte warum er blau sei und sie meinte, das  normal ist, nach so langen Geburten. Insgesamt lag ich ja 32h in den Wehen. Er schrie nicht gleich und als er dann schrie sagte sie:,, Na endlich”. Sie wog und vermaß ihn, bevor ich ihn auf die Brust bekam und auch nur kurz, weil ich ja genäht werden musste. Im Krankenhaus an sich ist man kaum auf mich eingegangen. Ich bin Gesundheits- und Krankenpfleger. Medizinisches Personal möchte eben nichts mit medizischen Personal zu tun haben.
 
Bei der U2 hörte ich bei der Vorbereitung den Kinderarzt sagen:,, Die ist 21 Jahre alt und hat sich und Ihr Kind selbst versorgt? Das kann es doch gar nicht geben, die ist viel zu jung” Als er mich sah, wusste er wer ich bin. Ich hatte schließlich einige Monate zuvor meinen gynäkologischen Einsatz auf der Neugeborenen Station. Bei Der U2 und dem Hörtest, war im Krankenhaus alles i.o und unaufällig und wir durften danach gehen. Ich bekam noch mitgeteilt, das mein HB (Eisenwert) gerade mal bei 5,2 liegt. Das ist sehr niedrig und je nach Ermessen konservenpflichtig. Ich war aber froh wieder nach Hause zu können und habe die 8 Wochen auch echt genossen. Für mich war damals aber wichtig, das ich eine gute Mutter bin, ein gutes Vorbild und ich wollte finanziell weiterhin gut dastehen, was ich in Elternzeit nicht gehabt hätte. So hatte ich mit meinem Ausbildungsgehält, meiner Halbwaisenrente (Mein Papa ist 2 Jahre zuvor verstorben), mein und Julian’s Kindergeld und ein volles Schwesterngehalt. Ich bin 8 Wochen nach der Geburt also wieder los, um meine Ausbildung zu beenden. 2 Wochen hat die Oma dann noch auf unseren Sohn aufgepasst und 2 Wochen der Papa, bevor er dann mit 12 Wochen in die Krippe kam.
 
Gestillt habe ich trotzdem während der gesamten Zeit. Zu Hause und unterwegs jedenfalls. Für die Krippe habe ich abgepumt und mitgegeben. Der Papa war damals noch nicht so alternativ, für ihn kam nicht zu impfen gar nicht in Frage und ich, ich habe mich einfach zu spät richtig damit auseinander gesetzt. Ich komme aus dem Medizinwesen und finde das Prinzip des Impfens im wesentlichen sehr gut. Unser Sohn hat sich in den ersten 8 Wochen auch prächtig entwickelt und fing dann an sich zu drehen, was mir echt zu schnell ging. Dann kam die erste Impfung und plötzlich kein Drehen mehr. Er war in seiner Muskulatur eher hypoton. Wir sind zum Orthopäden, der auch chiropraktisch arbeitet.  Der hat festgestellt, dass Julian eine Blockade in der Halswirbelsäule hat und hat diese entfernt und uns ein Physio- Rezept für 3x manuelle Therapie gegeben. Wir sind mit diesem Rezept zu einer Kinderphysiotherapeutin, die uns sagte, dass unser Kind (zum damiligen Zeitpunkt 4 Monate alt) entwicklungsverzögert ist. Wobei ich mir noch dachte, dass ist ein Baby  und sie nicht übertreiben soll. Sie sagte mir, es sei mit den 3x nicht getan und wir bräuchten ein weiteres Rezept. Ich habe das mit der Kinderärztin besprochen, sie meinte nur: ,,Das ist ein Junge, die entwickeln sich halt langsamer.” Auf betteln hin, gab sie mir aber noch ein Rezept für die Physio. Ich habe mich in der Zwischenzeit weiter über Impfungen belesen und Dokus geschaut und vorallem Studien gelesen von Schulmedizinern. Mit 7 Monaten bekam unser Sohn seine letzte Impfung. Diese verkapselte sich und es kam zu einem Spritzenabszess im Bein. Unser Sohn entwickelte sich zwar aber eher sehr langsam. Unsere Physiotherapeutin riet uns ins SPZ (sozialpädiatrische Zentrum zu fahren), was unsere Kinderärztin aber nicht wollte. Schließlich komme ich aus dem Medizinwesen und übertreibe, ich sei eine Übermutter, dass sei typisch für Müter aus dem Medizinwesen. Unsere Physiotherapeutin, rief dann die Ärztin an, und hat ihr das Gleiche gesagt, wie ich und sie gefragt, ob sie überhaupt die Berichte der Physiotherapeutin liest. Die Ärztin meinte dann: ,, Ich habe Ihr keine Überweisung gegeben, weil die Mutter total überfordert war” Überfordert??? Ich?? Ich verstand die Welt nicht mehr. Ich schickte meinen Mann hin und sagte ihm, er solle nicht locker lassen, bis er die Überweisung hat, denn er kann sehr überzeugend sein und ist gut im reden. Tatsächlich bekam er die Überweisung. Wir holten uns einen Termin und bekamen Einen, als Julian 9 Monate alt war. 
 
Ich hatte an dem Tag Vorprüfung, also fuhr der Papa mit unserem Sohn dort hin. Die Ärztin dort machte einige Tests und stellte fest, dass unser Sohn nicht hört. Diese überwies uns dann gleich weiter in ein Krankenhaus mit Pädaudiologie, wo der Arzt ins U- Heft schaute und mich lachend fragte, was ich da möchte, schließlich ist der Hörtest als Neugeborenes in Ordnung gewesen. Er machte also auch wieder seine Tests und stellte fest, dass Julian tatsächlich fast taub ist und so gut wie nichts hört. Scheinbar Mittelohrergüsse sollen Schuld sein und Polypen. Es wurde ein OP Termin gemacht. Am gleichen Tag (weil Julian Fieber hatte seit 1,5 Tagen und ich es mit nichts runter bekam, weder Natürlich noch Chemisch), wechselten wir die Kinderärztin. Ich hatte sowieso alle Befunde für das Krankenhaus in Kopie im U-Heft liegen und war froh, als die Schwester sagte, dass sie noch Kapazität hätte, uns aufzunehmen. Eine ganz neue Ärztin also. Als wir dran waren, schaute sie sich unseren Julian ganz in Ruhe an und hörte ihn ab. Sie kannte unsere Vorgeschichte noch nicht. Sie guckte mich an und fragte mich , ob schonmal Jemand was von einem Herzgeräusch sagte. Ich erzählte ihr unsere Geschichte, denn auch das ständige und starke schwitzen, besprach ich oft mit der vorherigen Kinderärztin, die immer nur sagte: ,, Das ist halt n Junge, die schwitzen halt viel” . Die neue Ärztin fing an zu lachen, als ich ihr das erzählte . Ich fragte sie, ob sie mich tatsächlich auslacht und sie sagte: ,, Nein, ich lache über die Inkompetenz meiner Kollegin.” Sie machte uns einen Termin beim Kinderkardiologen, am 1. Geburtstag von unserem Sohn und gab Julian noch ein anderes Mittel gegen das Fieber und bat uns so lange zu bleiben, bis wir das Fieber gesenkt bekommen. Eine halbe Stunde später haben wir Fieber nachgemessen und es war um 1,5 Grad gesunken. Sie war zufrieden, wir auch. Sie sagte uns auch, das sie das 3 tage Fieber vermutet und wir das Fieber deshalb nicht ganz weg bekommen werden, aber es wenigstens senken können. Was uns in dem Fall reichte, denn es stellte sich tatsächlich raus, das es 3 Tage Fieber war.
 
Eine Woche später war der OP Termin. Polypen wurden entfernt, Mittelohrergüsse eröffnet und Paukenröhrchen eingesetzt. Der Arzt meinte, dass die Polypen für sein Alter (11 Monate) sehr sehr groß waren und die schon eine Weile alles abgedrückt haben müssen. Anschließend ein Spezialhörtest (Bera) gemacht.  Bei dem heraus kam, dass unser Sohn immer noch fast taub ist. Er hört aber nur Alles ab 80dzB . Rasenmäher, Waschmaschine, Kindergeschrei.  Eine Welt brach zusammen, man sagte uns, dass er Hörgeräte bräuchte und Cochlea Implantate bekommen soll. Hörgeräte wurden angefertigt,der Anfang war schwer. Plötzlich hört man was. Er beobachtete unsere Münder beim sprechen und weinte die ersten zwei Tage viel, bis er dann aber anfing, sich über die kleinsten Geräusche zu freuen. Die Hörgeräte tollerierte er auch 2 Wochen, bis seine Ohren sich anfingen zu entzünden. Ständig. Kein Mittel half. Ständige Antibiotika Therapie. Hörgeräte konnten nicht getragen werden. All’ das brachte mich zu einem kleinen nervlichen Zusammenbruch, der mich dazu brachte, in meinem Urlaub mit Julian, alleine zu meiner Mutter zu fahren (sie wohnt 3h entfernt von uns). Immer wenn ich nervlich am Ende bin oder war, rette ich mich in die Alternativen. Was hat man schließlich zu verlieren? Bei meiner Mutter kurz vor dem 1. Geburtstag fing also unsere recht alternative Einstellung an und ließ uns einige Sachen ausprobieren. 
 
 
 

Eine Sache die ihr ausprobiert habt – eine Rückführung. Was genau ist eine Rückführung und aus welchen Beweggründen hast Du das gemacht? Was hast du Dir davon versprochen?

Der neue Mann meiner Mutter hatte eine Rückführung und hat mir immer davon erzählt und hat mir auch erzählt, dass er vieles mit ins JETZT nehmen konnte und auch einfach viel mehr aus seinem heutigen Leben versteht. Das hat mich dazu gebracht in unserem Urlaub bei meiner Mutter, die besagte Frau, die das mit dem Mann meiner Mutter gemacht hat, zu kontaktieren und selbst eine Rückführung zu machen. Was ich mir davon versprochen habe? Ich wollte Klarheit, mehr über mich wissen und habe gehofft, zu sehen warum all’ das so ist wie es ist. Bei einer Rückführung, wird über Hypnose ins Unterbewusstsein gegangen , um in ein früheres Leben o.ä. zu kommen
 

Was genau hast Du gesehen?

Nun ja, mein Unterbewusstsein war sehr blockiert, durch das erlebte mit Julian und ließ mich viel weinen.  Also schauten wir was wir daraus machen können. Sie bekam es auf jeden Fall hin, dass ich Julian als Soldat gesehen habe im Krieg, der sich während einer Explosion in ein Gebüsch rollte und dabei starb. Das brachte uns auf jeden Fall die Erkenntnis, warum Julian’s Ohren nichts hören. Ich habe noch diverse andere Kleinigkeiten gesehen aber das war das WICHTIGSTE und Ausschlaggebendste. Die Frau die das durchführte, riet mir mit Julian’s Seele zu reden, wenn er schläft. Ihm zu sagen dass wir in Deutschland, in der EU leben und hier kein Krieg ist, er auch mit einem funktionstüchtigen Gehört, seiner Lebensaufgabe nachgehen kann und das ich immer für ihn da bin und er nur sagen muss, wenn er Hilfe braucht. Das sollten Alle machen, die Julian nahe stehen. Am Abend als Julian schlief, habe ich, meine Mutter und Ihr Mann das gemacht. Ich erzählte am Telefon noch meinem Mann davon und das er das bitte auch machen möchte, genau so wie seine Eltern, wenn wir wieder zurück sind.
 
Nächsten Tag wollten wir wandern gehen auf dem Brocken. Wir saßen noch am Frühstückstisch und Julian lag auf dem Boden, auf seiner Krabbeldecke, unter seinem Spielebogen.  Keine Hörgeräte drin, denn die Ohren waren immer noch entzündet. Ich sprach ihn an: ,,Julian, komm wir machen uns fertig” und er drehte den Kopf zu mir. Ich war total erstaunt und ging von Zufall aus. Ich bat meine Mutter, die mir gegenüber saß ihn anzusprechen. Sie sprach ihn an und er drehte sich zu ihr. Ich ging immer noch von Zufall aus. Ihr Mann saß mittig vom Tisch, an der Kopfseite und ich bat ihn Julian anzusprechen. Auch er sprach Julian an und Julian drehte sich zu ihm. Das konnte nun also doch kein Zufall mehr sein. Das wiederholten wir beim wandern regelmäßig aber immer wieder drehte sich Julian zu demjenigen, der ihn ansprach. Ohne Hörgeräte. Als wir einige Tage später wieder nach Hause fuhren, sprachen abends , als Julian schlief, auch meine Schwiegereltern und mein Mann mit Julian’s Seele.
 

Wie ging es dann mit dem Hören weiter?

Wir haben uns von August 2016 bis November 2016 immer wieder mit Ohrenentzündungen gequält. Bis mal  Jemand auf die gloreiche Idee kam, endlich einen Abstrich zu machen. Die Paukenröhrchen waren komplett besiedelt mit Pilzen und Bakterien und mussten nun schnell raus. Also wieder OP, mit einem erneuten Hörtest auf den ich bestand. Der ergab, dass Julian ,,nur” noch mittelgradig schwerhörig ist und somit keine Cochlea Implantate braucht. Die Hörgeräte wurden neu eingestellt aber von Julian nicht mehr tolleriert. Er fing so an zu hören, hat plötzlich bei ,, Backe, Backe Kuchen” mitgemacht und lernte gleichzeitig sitzen und krabbeln. Man nahm uns weiterhin nicht ernst, denn  schließlich könne das Kind fast gar nichts hören und er mache das sicher über Lippen lesen. Pustekuchen, würde ich sagen, denn ich habe ihn gefilmt. Ich zeigte das Video seiner Oma und er saß während dessen mir gegenüber auf dem Schoß von seinem Papa, zu seinem Papa gewandt. Auf dem Video sang ich das Lied ,, Backe, Backe, Kuchen” und er sah es nicht und fing trotz alle dem an, mit zu klatschen und mit zu machen, dem Lied entsprechend. Da haben wir uns dann entschieden, dass die Hörgeräte draußen bleiben und wir ihn nicht weiter quälen damit.
 

Euer Sohn hat immer stark geschwitzt, was Dich auf einen Herzfehler vermuten ließ. Das hat sich leider auch bestätigt. Welchen Herzfehler hat er und welche Symptome gehen damit einher?

 
Ja, leider bestätigte sich an seinem 1. Geburtstag unsere Vermutung des Herzfehlers. Er hat einen Vorhofsseptumdefekt mit bedingter Pulmonalarterien Stenose. Ca 1cm groß. 
Symptome sind : starkes schwitzen von Geburt an, auch beim stillen und Flasche trinken und minimalster Bewegung. Belastbarkeitsgrenze ist sehr niedrig, da das Herz für jede Bewegung doppelt und dreifach pumpt, da das Blut was in den Lungenkreislauf soll , ja immer wieder zurück fließt. Ebenso wird unser Sohn bei manch einer Anstrengung im Mund- Nasen- Dreieck blau. Nicht lange, oft wird er innerhalb von 30 sekunden auch wieder rosig. Leider muss der Defekt verschlossen werden. Wir haben nun 2 Jahre auf den ,, Spontan- Verschluss” gehofft, aber der Arzt meinte nun, dass dies nicht mehr passieren wird, da er jetzt 3 ist und sie es via Herzkatheteter und Schirmchen über die Leiste verschließen wollen.
 
 
Lenchen wird im zweiten Teil des Interviews erzählen, wie es Julian heute geht, was sie nach den ganzen Erfahrungen von Ärzten hält und wie diese Erfahrungnen ihr derzeitiges Leben prägen und verändert haben. In ein paar Tagen geht es weiter – seit gespannt. 
 
 

Im Internet findet ihr Lenchen auf Instagram unter: delaines_wundersame_welt

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