Einschlafrituale – wenn Kinder immer wieder aufstehen –

In meinem Blog berichte ich von unseren Erfahrungen. Von Freuden höre ich immer wieder, einschlafen ist eine Qual oder die Kinder schlafen einfach nicht durch. Ich möchte heute auf das Thema eingehen und wie wir Mittagsschlaf und das abendliche  ins Bett gehen handhaben.
Unsere Kinder sind 5 und zweimal 2 Jahre alt (Junge/Mädchen). Der Große macht normalerweise keinen Mittagsschlaf mehr, es kann aber sein, dass er durchaus bei längeren Autofahrten auch mal einschläft oder wenn der Kindergarten besonders anstrengend war, auch Nachmittag auf dem Sofa einnickt. Dann lasse ich ihn eine Weile schlafen und muss ihn meist dann wecken, wenn wir noch irgendetwas vor haben. Zu 90% schläft er aber nicht mehr.
Anders die Zwillinge. Beide sind besonders nach dem Spielkreis sehr kaputt und müde. Als sie klein waren, haben sie jeder in ihren eigenen Bettchen geschlafen. Unser Minijunior schläft auch schon mal auf dem Sofa ein, dann kann er sich aber gar nicht mehr halten. Mausi bleibt wach, es sei denn, ich kuschele die Beiden in ihre Winterschlafsäcke und setze sie in den croozer Fahrradanhänger. Meist gehen wir dann Mittag mit dem Wuffel spazieren oder schieben im Garten hin und her. Wenn Beide eingeschlafen sind, stelle ich sie auf die Terrasse – das jeden Tag – auch bei Minusgraden. Sie sind gut geschützt und schlafen an der frischen Luft.
Am Abend sieht es dann schon ein wenig anders aus. Der Große darf länger wach bleiben und entweder mein Mann oder ich, bringen die Zwillinge ins Bett. Der Andere spielt dann noch eine Runde mit unserem großen Sohn.
Das Einschlafritual von Mausi
Unsere Kleene hat jeden Abend ein bestimmtes Ritual. Sie wird ins Bett gelegt, wenn sie krank sind, bekommen sie eine “Schleimschnecke” (Bronchialsalbe) und wir putzen Zähne im Bett (Bad ist derzeit Baustelle). Das machen wir auch mit dem Minijunior. Danach bekommen Beide ihre Trinkflasche, die auch in der Nacht im Bett bleibt und die Beiden eigenständig trinken können, wann immer sie wollen.
Für sie ist es dann besonders wichtig, dass wir “La Le Lu” gemeinsam singen. Alle Kinder singen in einem unterschiedlichen Tempo mit. Ich singe ca. 3 Durchgänge und bin dann ruhig. Sie ist zufrieden und schläft auch innerhalb von 5 Minuten ein 🙂
 
Das Einschlafritual von Minijunior – wenn Kinder immer wieder – aufstehen – 
Der Minijunior singt auch gerne mit aber er schläft dann nicht sofort ein. Im Gegenteil. Wenn wir ihn hinlegen, steht er immer wieder auf. Viele Eltern kennen das Spiel. Kind wird schlafen gelegt, wir gehen raus, Kind steht auf. Wieder hinlegen, gleiche Spiel noch mal. Langsam aber sicher werden die Eltern genervt, bis sie vielleicht sogar den Kleinen anschnauzen, nach dem Motto “jetzt ist Schluss, jetzt wird geschlafen.” Ältere Kinder haben dann immer ihre kleinen Nöte. “Ich brauche eine Milch, ich muss noch mal aufs Klo” – sie suchen sich Gründe, damit sie wieder aufstehen können und nicht schlafen müssen. Eltern sind meist genervt, der Tag steckt in den Knochen und eigentlich sehnt man sich nur nach dem wohlverdienten Feierabend. Unser Minijunior steht also immer wieder auf, strampelt mit den Beinen, wirft die Flasche aus dem Bett und ruft “oh nein!” oder das Kissen, Schnuller usw…
Ich habe eine ganze Weile gebraucht bis ich die doch recht simple Antwort auf das Problem gefunden habe. Er kann einfach nicht so schnell einschlafen. Ich kann das auch nicht. Mein Mann schläft innerhalb von zwei Minuten, ich liege 20 Minuten wach. Warum sollen es also unsere Kinder können? Sie sind genauso aufgedreht vom Tag und der Körper braucht seine Zeit, um runter zu fahren und überhaupt das Gefühl zu bekommen – ich bin müde, nun legen wir uns hin. Seitdem ich es erkannt  und vor allem akzeptiert habe, ist das Einschlafritual mit dem Minijunior kein Stress mehr. Nachdem die Kleene also eingeschlummert ist, erzähle ich ihm von unserem Tag. Da macht er begeistert mit und wir lassen den Tag Revue passieren. Danach erzähle ich unsere ausgedachte Geschichte vom Krokodil, dass über die Straße möchte. Die werde ich Morgen in einem Blogbeitrag veröffentlichen. Er versteht noch nicht den gesamten Inhalt aber er liegt ruhig und hört zu. Als Nächstes kuscheln wir und ich streichele seinen Rücken und über den Kopf. Mittlerweile (seit ich mir bewusst gemacht habe, dass er eben nicht so schnell einschläft und die Zeit braucht), liebe ich diese Momente. Kein Geschwisterkind kommt dazwischen – es ist Exklusivzeit. Meistens versucht er dann noch Spaß zu machen, an den Haaren zu ziehen oder meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich werde aber immer ruhiger, bis ich ihm sage, dass nun geschlafen wird und dann auch nicht mehr spreche. Er wälzt sich dann noch hin und her und es dauert bestimmt 10 Minuten, bis er zur Ruhe kommt. Ich lege mich dann meist in mein Bett und sage kurz und leise, “Gute Nacht, ich habe Dich lieb”. So weiß er das ich da bin und dann schläft auch der Minijunior ein.
Der Große
Als Kindergartenkind wird gerne noch diskutiert, warum denn jetzt in die heia und er möchte noch wach bleiben usw.. Wir machen dann eine Abmachung, dass er bspw. noch eine Runde spielen darf und dann geht es ins Bett. Meistens klappt das auch. In seinem Bett lesen wir dann immer zwei Bücher (Das Wutmonster und Ich habe Dich lieb für immer und ewig). Wenn er bei uns im Bett einschläft, dann ist das genauso ok und ich sage ihm dann aber, dass wir ihn später in sein Bett tragen werden. Auch er hört noch gerne die Geschichte mit dem Krokodil, ihm ist aber am Wichtigsten, dass Einer bei ihm bleibt, bis er eingeschlafen ist. Ich sage dann, dass ich noch lese und das ist dann auch völlig Inordnung. Der Große schläft meist auch innerhalb von fünf Minuten ein.
Alle drei Kinder schlafen die Nacht durch und wachen erst am Morgen wieder auf. Manchmal vor dem Wecker klingeln, dann kommen sie gerne zu uns ins Bett. Wenn sie schlecht schlafen, stehen sie vor dem Bett und wir heben sie in die Mitte. Sie schlafen dann sofort weiter. Für uns ist das so normal und wir versuchen ihnen Sicherheit und Geborgenheit zu geben. Wir haben kein Familienbett. Die Zwillinge schlafen zwar noch mit im Schlafzimmer aber in ihren eigenen Betten.
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