„Es wird nicht geschmissen“ – Grenzen testen und Mama reagiert falsch

Grenzen testen. . Mein mittlerer Sohn ist zwei Jahre alt und ein richtig kleiner Bengel. Er schmeißt Dinge wie Spielzeugautos in die Toilette und hat sie auch schon 2x verstopft. Im Moment schmeißt er am liebsten Sachen durch die Gegend.
Er schmeißt ein Buch quer durch das Wohnzimmer. Ich gucke ihn böse an und sage lieb “Das finde ich gar nicht gut, hebst Du es bitte wieder auf.” Es folgt –> keine Reaktion.
Ich benutze nun den Vornamen und sage es erneut ernergischer. Es folgt —> keine Reaktion
Er läuft weg, will weiter spielen. Ich schnappe ihn mir (nun schon genervt) und gehe mit ihm Richtung Buch. Kind will das nicht, fängt an zu weinen und setzt sich hin. Es folgt —> keine Reaktion
Ich werde sauer und maule er soll es aufheben, was er natürlich nicht macht. Also nehme ich Teddy (Schnuller mit Elefant dran) und sage ihm, dass ich den mun auch raus schmeiße, er tut es ja mit meinen Sachen auch. Gesagt- getan – Tür zu.
Das Kind guckt geschockt, weint nach teddy. Ich erkläre ihm ruhig, dass wir ihn gleich zurück holen, wenn er das Buch aufgehoben hat. Nun macht er es, teddy schnell wieder rein – bis zum nächsten Mal.
Warum ich als Mama in der Situation versagt habe?
Er hat den Ablauf verstanden und hat natürlich Grenzen getestet, ob Mama das nun wirklich durchzieht oder nicht. Ich war konsequent und er hat es aufgehoben und auch gemerkt, ja ich bekomme teddy wieder
ABER war wirklich passiert ist, ist mir erst im nachhinein klar geworden
1. Er hat die Situation nicht verstanden. Mama mault rum wegen dem Buch und ich will das jetzt auch nicht aufheben sondern lieber spielen. Warum soll ich überhaupt das Buch aufheben? Es stört doch da nicht. Mama sagt es immer wieder und plötzlich nimmt sie mir teddy weg. Die kleine Welt stürzt ein, teddy fliegt raus – unerreichbar für mich –> Panik! In dem Moment ist das Buch weit weit weg, er sieht nur teddy, der draußen liegt.
Nun fängt Mama mit dem Buch wieder an. Er hebt es auf. Endlich ist teddy wieder da.
Beim nächsten Mal die gleiche Situation, teddy fliegt wieder raus.
 
Was hat er gelernt?
In erster Linie Angst – wenn ich das nicht mache, nimmt Mama mir meinen besten Kumpel weg und schmeißt ihn raus. Danach würde ich Alles machen, hauptsache ich bekomme ihn wieder. Der junge Mann hat nicht verstanden, dass er nicht schmeißen soll, geschweige denn die Verknüpfung ich werfe das weg und muss es dann wieder aufheben. Er hat auch gelernt, wenn Mama böse wird, dann nimmt sie mir teddy weg. Das stimmt ja nicht aber Kinder denken nicht so komplex wie wir. Nicht zuletzt bekommt er Ärger und fühlt sich ungeliebt.
 
Wie ist es nun richtig?
Ich möchte das meine Kinder verstehen, warum sie das nicht machen sollen, dass die Sachen kaputt gehen und es Mama traurig macht. Im Endeffekt ist es auch eine Form der Aufmerksamkeit – ich schmeiße das Buch weg und Mama schimpft – . Schimpfen ist auch eine Form der Aufmerksamkeit und Kinder nutzen dies oft, um uns mitzuteilen

  • mir ist langweilig
  • ich bin auch noch hier, kümmere Dich um mich
  • ich möchte “gesehen” werden

Im Hinterkopf zu behalten, Kinder machen solche Sachen nicht um zu provozieren, ist nicht immer leicht. Selbstverständlich müssen wir ihm mitteilen, dass Gegenstände nicht geworfen werden und kaputt gehen können. Das weiß er aber bereits. Dennoch ist es wichtig, jedes Mal auch die eigenen Gefühle zu verdeutlichen: ” Es macht mich traurig, wenn Du meine Sachen durch die Gegend wirfst. Auch ein “ich finde das nicht schön” verdeutlicht ihm, dass er was gemacht hat, was er nicht soll. Es funktioniert, wenn ich ihm dann mehr Beachtung schenke, mit ihm Quatsch mache und dann bitte das Buch wieder aufzuheben. Auch spielerisch “so stark bist Du schon” motiviert ihn. Irgendwann platzt der “Knoten” und er wird auch von alleine die Dinge wieder aufheben. Es ist nicht immer leicht aber Angst zu machen, ist nicht gut und hat keinen Lerneffekt. Lediglich wir Erwachsenen haben unseren Willen bekommen.

 

 

Anmerkung: Das ist unsere Einstellung und Jeder muss selbst wissen, wie er mit seinen Kindern umgehen möchte!

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Mama von drei Kindern - Zwillingen - und Wuffel

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