Interview mit Lisa Blogreihe Familie “Hundeliebe – wir planen Ausflüge für sie”

Wie leben Familien in Deutschland? In der spannenden Blogreihe, haben wir bereits verschiedene Familien kennen gelernt. Heute möchte ich Euch Lisa vorstellen. Sie und ihr Mann haben noch keine Kinder aber dafür zwei Vierbeiner – ihre Hunde. Für Lisa sind es nicht nur Haustiere – es sind vollwertige Familienmitglieder. Was das genau heißt, lest ihr im Interview.

Interview

Bitte beschreibe kurz Deine Familie. Was tust Du beruflich, wer gehört zur Familie, wie ist euer Lebensstil bzw. – einstellung?

Meine Familie besteht aus vier zweibeinigen und zwei vierbeinigen Anhängern. Zusammen mit meinem Eltern leben mein Freund (Robert) und ich, mit unseren zwei Border Collies in einem Mehrfamilienhaus oder auch Mehrgenerationenhaus genannt. Wir haben als unsere eigene Wohnung in meinem Elternhaus und meine Eltern haben ihr eigenes Reich. So wie es aus früherer Zeit oder auch aus vielen Filmen und Serien kennt.

bedeutet für Dich Familie?

Familie ist für mich auch auf einer Seite ein Ort des Rückzugs. Ein Ort mit Personen, zu dem und zu den ich immer und in jeder Situation zurückkehren kann. Familie ist für mich mit das wichtigstes auf der Welt, Menschen, die mich versuchen zu unterstützen, die mir helfen, wenn sie können und die mich lieben.

Ihr lebt in einem Mehrgenerationenhaus. Wer gehört Alles zur Familie und wie ist das Leben „alle unter einem Dach“?

Wie weiter oben schon erwähnt, gehören meine Eltern, unsere zwei Hunde und mein Freund dazu + mich selbst. Das Leben unter einem Dach hat wie alles seine Vor- und Nachteile. Alles in einem passen wir alle ziemlich gut zusammen, sonst hätten wir uns auch nicht dafür entschieden und das Leben unter einem Dach läuft die meiste Zeit reibungslos ab. Natürlich gibt es mal die ein oder andere Auseinandersetzung aber wo ist das nicht der Fall?

Was ist daran besonders schön?

Man ist eigentlich nie allein und hat immer jemanden, auf den man zukommen kann. Ich bin ehrlich, ich gehöre zu den Menschen, die ungern allein sind und da Robert studiert und unter der Woche überwiegend an der Uni ist, wäre ich fast die gesamte Zeit alleine und bei diesem Gedanken sträuben sich meine Nackenhaare. Außerdem kann man sich auch gut ergänzen, weil wir persönlich unsere Haushalte nicht strickt trennen. Wir waschen zum Beispiel gemeinsam die Wäsche, kümmern uns um die Hunde und kochen zusammen. Wir teilen uns eigentlich alle Aufgaben auf, jeder kann sich dadurch auch Zeit für sich selbst nehmen und das machen was ihm liegt. Mein Papa kümmert sich zum Beispiel um die Autos und mein Freund kocht sehr gerne usw., ich glaube man versteht worauf ich hinaus möchte.

Gibt es auch Konflikte bzw. nervt es Euch manchmal?

Natürlich kommt das auch mal vor, ich muss aber gestehen das wir uns die meiste Zeit, wenn überhaupt innerhalb der Paare streiten. Sprich meine Eltern untereinander und Robert und ich. Dieses zusammenleben hat uns so direkt noch nie genervt, natürlich gibt es kleinere Konflikte aber diese konnten bis jetzt alle ohne größeres Tamtam gelöst werden.

Könntet ihr Euch ein Leben alleine, in einem eigenen Haus, weiter weg von der Familie vorstellen? Wenn ja/ nein, warum?

Grundsätzlich ja aber ich fände es persönlich nicht so schön. Wir beide sind sehr familienbezogene Menschen und lieben es zum Beispiel zusammen zu essen oder auch mal eine Runde Scrabble oder irgendwas andere zu Spielen. Wir genießen dieses Leben. Wir können es uns zwar vorstellen, wünschen es uns aber nicht.

Ihr habt Hunde als Haustiere. Magst Du uns über die Beiden ein wenig erzählen (welche Rasse, wie alt)?

Wir haben wie gesagt zwei Border Collies, einen neun Jahre alten Rüden mit schwerer Hüftgelenksdysplasie und ein siebenjähriges Blue-Merle Mädchen. Sunny, der Rüde liebt es mit seinem Kopf zu arbeiten und neue Tricks zu lernen. Er ist auch sehr gerne unterwegs. Amy hingegen möchte einfach nur Bewegung, viel spielen und kuscheln.

 

Du sagst selbst, dass bei Euch die Tiere 100%´ige Familienmitglieder sind. Was genau können wir uns darunter vorstellen?

Eine Freundin hat das mal süß gesagt, ungefähr so: „Die meisten lieben ihre Hunde zwar aber sie sind bei den mehr wie weiter entfernte Verwandte. Sie werden zwar geliebt, man hat sie gerne um sich und verbringt mit ihnen Zeit aber bei euch werden sie wie Geschwister oder die eigenen Kinder behandelt. Ihr würdet euer letztes Hemd für sie geben.“ und das trifft es ziemlich gut. Das war bestimmt von damals nicht mehr der genaue Wortlaut aber ungefähr. Sie haben bei uns ziemlich viele Privilegien, wir machen Dinge nur für sie und fahren zum Beispiel einmal im Monat an die 200km, damit Sunny eine gute ärztliche Behandlung bekommt.

Sehen das alle Familienmitglieder im Haus genauso?

Robert musste sich minimal umstellen. Er ist auch ein Hundemensch, kommt aber aus einer Familie wo sie zwar geliebt und geschätzt werden aber nicht so viele Privilegien haben wie bei uns.

Welche Privilegien haben eure Hunde im Gegensatz zu anderen Hunden?

Wie oben gesagt zum Beispiel Sunny´s ärztliche Behandlung. Kostet sehr viel und ist natürlich auch nicht gerade stressfrei. Wir planen auch unseren Tag, Urlaub etc. nach ihnen. Wenn wir manchmal mit anderen unterwegs sind, fällt nicht selten der Satz: „Wir müssen jetzt nach Hause, sonst sind die Hunde so lange alleine.“ Kommt des Öfteren nicht so positiv an, besonders bei den Menschen, die keine Hunde haben oder sie nicht mögen. Aber wir finden alle, dass man sich keinen Hund anschaffen braucht, wenn man nicht mal am Wochenende Zeit mit ihm verbringt. Da wir alle arbeiten, bekommen sie schon unter der Woche nicht so viel Zeit, weshalb wir wenigstens am Wochenende Zeit mit ihn verbringen wollen.

Ihr plant teilweise sogar extra Ausflüge für die Hunde, wie können wir uns so einen Trip vorstellen?

Mit Amy fahre ich einmal im Monat zu einem Hundetreffen und wir spazieren dann gemeinsamen oder trainieren. Mit Sunny fahren wir immer mal wieder in verschiedene Tierparks, was ihm unglaublich Spaß macht. Stundenlang könnte er die Hasen und co. anstarren. Hüten kann er sie ja leider nicht.

Stoßt ihr auf Unverständnis innerhalb der Gesellschaft? Magst Du eine Situation erzählen, wo die Leute komisch reagiert haben?

Also wenn dann nur, wenn wir sagen, dass wir nach Hause müssen, oft wurde das aber auch schon gut aufgenommen und verstanden. Das kommt immer auf das Gegenüber an und innerhalb der Familie wissen die Personen, wie wir zu unseren Hunden stehen und Freunden die dafür keinerlei Verständnis hätten, wären wahrscheinlich nicht lange unsere Freunde.

Wo schlafen und essen eure Hunde?

Schlafen tun sie mit im Schlafzimmer und wenn sie wollen, können sie aufs Bett, Amy macht das eigentlich immer. Sunny eher selten, weil es ihm vermutlich zu warm und eng wird.

Wünscht ihr Euch Kinder? Würdet ihr sie mit den Hunden gleichstellen? Wie ist Deine Einstellung dazu?

Wir haben zwar des Öfteren schon darüber geredet, ob wir Kinder wollen aber es gibt noch keine 100% Entscheidung. Was für mich aber persönlich klar steht, wenn wir irgendwann Kinder haben sollten, würde ich schon darauf achten, dass die Hunde nicht zu kurz kommen und fast zur Gleichstellung tendieren. So detailliert habe ich mir aber darüber noch keine Gedanken gemacht. Was für mich fest steht ist, dass wir immer Hunde haben werden und diese eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben haben werden.

Wie sieht Dein Freund das? Ist er eifersüchtig? (Meiner war es schon ab und an :-))

Ich glaube anfangs war es für ihn schwierig aber ich war auch immer so ehrlich und habe gesagt das Sunny für mich in jeder Situation vor geht. Er ist mein erster eigener Hund, der auf mich bezogenen ist (nicht falsch verstehen Amy liebe ich auch aber sie ist auf meinen Papa geprägt) und er ist noch dazu schwer krank. Meine Welt dreht sich schon sehr viel um ihn (Sunny) aber natürlich liebe ich auch meinen Freund und das weiß er und ich glaube dadurch kann er ganz gut damit umgehen.

Gibt es noch Gedanken, die Du dem Leser mitteilen möchtest?

 Wenn Ihr mit dem Gedanken spielt euch einen Hund zuzulegen und Ihr die Möglichkeit habt ihm ein tolltes Leben zu bieten, dann macht es! Die Hunde sind das Beste was mir passieren konnte und die Liebe von diesen vierbeinigen Kuschelohren ist unglaublich schön. Ein schönes Zitat haben meine Eltern auch im Wohnzimmer: „Der Hund ist das einzige Wesen, was dich mehr liebt als sich selbst.“ und damit möchte ich mich verabschieden.

 

Natürlich könnt ihr Lisa auch im Netz besuchen: 

 

 

 

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Lisa, herzlichen Dank für deinen Beitrag! 

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