Blogreihe Kindersicherheit im Internet & social media – 2. Teil

Heute kommt der 2. Teil meiner Blogreihe: Kindersicherheit. Ich möchte heute Eltern sensibilisieren, im Umgang mit dem Internet und social media.  Wie könnt ihr eure Kinder vorbereiten, aufklären und welche Informationen für Eltern von Bedeutung sind. Im ersten Teil ging es um die Kindersicherheit auf einem Ausflug. Hier (bitte klicken) könnt ihr die wichtigen Informationen nachlesen. 

Kindersicherheit im Internet

Laut der KIM Studie (Kindheit, Internet, Medien), nutzen bereits 35% der Sechsjährigen, das Internet regelmäßig. Bei den Kindern um die 12 Jahre sind es bereits 94%. Dabei stehen die Suche nach Informationen (70%), Messenger Dienste (57%) und Filme und Videos (50%) im Fokus. In der Studie geht es um das Onlineverhalten von Kindern, im Altern von 6 bis 13 Jahren, mit ca. 1200 Teilnehmern. Es ist interessant zu lesen, dass in nahezu allen Haushalten neben einem Fernseher, auch ein Handy/Smartphone, Internet und auch ein Notebook oder ein PC vorhanden sind. Im Kinderalltag stehen TV schauen (96%) und Freunde Treffen (94%) an oberster Stelle der Freizeitaktivitäten. Hausaufgaben (93%), Spielen drin und draußen (ca. 92%) und Unternehmungen mit der Familie, liegen ebenfalls auf den ersten Plätzen der wöchentlichen Unternehmungen. Die Nutzung eines Handys oder Smartphones lag 2016 bereits bei 59% aller Kinder, mindestens 1x pro Woche. Da der Trend sich eher zu einer intensiveren Nutzung entwickelt, dürfte die Zahl heute noch höher sein. Nur noch 48% der Kinder lesen regelmäßig, Mädchen häufiger als Jungs.

Ca. 77 Prozent aller Kinder nutzen einen PC oder Notebook, meist zu Hause oder bei Freunden. Bereits mit sechs Jahren, ist jeder 3. online, mit acht/neun Jahren jeder 2. und bei den Zehn-/Elfjährigen bereits vier von fünf Kindern. Bereits 30% der kids schreiben täglich Whats App Nachrichten oder sind auf social media Kanälen aktiv.  Umso wichtiger ist es, dass Eltern sich mit den Gefahren des Internets beschäftigen und geeignete Maßnahmen ergreifen. Die KIM – Studie aus 2016 könnt ihr Euch hier (bitte klicken) ansehen. 

Technische Möglichkeiten zum Schutz der Kinder

Es gibt verschiedene Apps und Programme, die den PC des Kindes sicher machen können. Neben Programmen, die das Internetverhalten aufzeichnen, kontrollieren oder sogar screenshots des Bildschirmes abspeichern, gibt es die Möglichkeit für Eltern, Zeitlimits zu setzen oder bestimmte Internetseiten zu sperren. 

Auf welchen Geräten sollte Schutzsoftware installiert werden:

  • Handy/Smartphone
  • Notebook/ PC
  • Tablet
  • Spielkonsole

Schutzmöglichkeiten:

  • App Store so anpassen, dass Kinder ausschließlich geeignete Apps installieren können
  • Kindersuchmaschinen wie bspw. “Frag Finn” oder “Blinde Kuh” als Startseite im browser einrichten
  • Software: Kinder – Server. Wer über die Suchmaschine nach einem Kinderserver sucht, bekommt Software, die Kinder nur auf geprüfte Internetseiten surfen lässt
  • Programme für Kindersicherheit: Möglichkeit Zeitlimit, Logbuch, Überprüfung des Kindes zu kontrollieren und mitzuverfolgen
  • Für Jugendliche gibt es ab 13 Jahre Programme, die das Internetsurfen lockern aber dennoch nur auf geprüfte Webseiten surfen lassen
  • Router konfigurieren
    • Im Router ist es möglich, Internetseiten zu sperren oder auch Internetseiten festzulegen. Auf den Herstellerseiten gibt es zum Thema Kindersicherheit Informationen
  • Benutzerkonten mit speziellen Rechten

Warum Kindersoftware so wichtig ist

Viele Eltern wissen gar nicht, welche Seiten über eine normale Suchmaschinensuche angezeigt werden. Jeder sollte den Selbstversuch wagen und bspw. Wörter wie BDSM oder Selbstmord eingeben. Besonders bei dem ersten Suchbegriff lohnt sich ein Blick in die Bildanzeige. Es ist erschreckend, wie einfach Kinder bspw. auf pornografische Seiten kommen. Klickt ruhig mal auf so eine Seite und seht Euch an, wie viele Kategorien angezeigt werden. Meist mit kleinen Bildchen und Kurzfilmen. Es ist für Erwachsene schon schwer zu ertragen, Kinder und Jugendliche werden sich zunächst einen Spaß daraus machen. Spätestens in der Pubertät ist das sexuelle Interesse geweckt und die Hemmungen sinken. Wenn ein Jugendlicher immer und immer wieder Filme mit den absurdesten Spielarten anschaut, wird es immer normaler. Es gibt Studien darüber, wie pornografische Filme wirken und was sie mit Teenies machen. In diesem Zusammenhang ist Aufklärung seitens der Eltern wichtig. Ich vertrete da klar die Meinung, dass bspw. der Papa mit seinem Sohn genau solche Seiten besuchen sollte und erklärt, dass diese Art von Sexualität nicht der Normalfall ist.

Genauso verhält es sich mit dem zweiten Suchbegriff. Es folgen Suchanzeigen von Foren und wer weiter klickt, kommt auch schnell auf Seiten von Jugendlichen mit Suizidgedanken. Besonders die Pubertät ist eine Gefühlsachterbahn und es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Heranwachsenden leicht depressiv sein können. In diesem Zustand auf eine derartige Seite zu stoßen wäre nicht optimal. 

Auch Gewaltseiten, die unter der Hand … “Kennst Du schon r…com?” können bleibende Schäden hinterlassen. Ich nenne die Seite bewusst nicht, denn ich habe sie besucht und das Bild, dass ich dort gesehen habe (von einem Mann, der zwischen einer U-Bahn und dem Bahnsteig am Kopf eingeklemmt war), habe ich mein Leben nie vergessen. Diese Seite zeigt Originalbilder und ist wirklich kein schöner Anblick. Eltern sollten diese Seiten kennen und ihre Kinder davor bewahren. 

Auch Spiele im Netz sind nicht ungefährlich. Ein sehr großes Rollenspiel ist “World of Warcraft”. Es ist genial, die Spielfiguren wandeln durch unzählige Welten und können sich mit Mitspielern auf der ganzen Welt unterhalten. Auch dort gilt aber – niemals private Daten preis geben. Kriminelle haben sich schon lange Onlinespiel ausgesucht, um bewusst ihre Opfer zu finden. Auf das Thema Chat, gehe ich gleich noch in einem anderen Punkt ein. 

Warum es ebenso wichtig ist, die Kinder können durch öffnen von Spam-Emails, herunterladen von Klingeltönen oder Filmen, sich nicht nur strafbar machen sondern auch ein Virus oder Spionagesoftware installieren. Das geht schnell und schon kann jemand Fremdes, das Töchterchen über die Kamera beobachten. Meistens lassen die Kinder ihr Notebook im sleep Modus, also auf stand by. 

Sicher chatten – das Eltern – Kind Gespräch

Es gibt bereits Verfilmungen und Tests im Fernsehen. Das Kind chattet und lernt einen netten Mann kennen. Der fragt dann entweder nach anzüglichen Dingen oder schickt intime Bilder oder schlimmer, er fragt das Kind nach Namen, Wohnort und Adresse. Im Teenyalter werden Treffen vereinbart und vor allem Loverboys sind für Mädchen nicht nur attraktiv sondern erfüllen Träume und Wünsche. Ein Loverboy ist meist sehr jung, gut aussehend und hat Geld. Er ist zunächst sehr nett, präsentiert sich vor den Freundinnen als Freund und bekommt dann plötzlich Geldprobleme und setzt das Mädchen unter Druck. Das kann bis zur Prostitution gehen – natürlich ohne das die Eltern es merken, denn der psychologische Druck ist nicht zu unterschätzen. Wer nun glaubt, dass ist vielleicht in Großstädten wie Hamburg und Berlin normal und ist schon sehr weit abgehoben, ich persönlich würde mich da nicht drauf verlassen. Auch wenn nicht gleich der Loverboy um die Ecke kommt, Fremde, die vielleicht auf ein sexuelles Abenteuer aus sind, gibt es nicht nur in Großstädten. Daher ist es wichtig die Kinder zu sensibilisieren und mit ihnen darüber zu sprechen und die Wichtigkeit klar zu machen. Dazu gehören:

  • Chatte nur in begleiteten chats (vor allem Grundschüler) bzw. mit Anmeldung
  • Sei misstrauisch und glaube nicht was Du siehst – das gilt für Bilder, Worte und auch Versprechungen
  • Nenne niemals deinen richtigen Namen, Adresse und Wohnort
  • Überlege Dir immer, ob und welche Bilder Du ins Netz stellt. Niemals mit Freunden drauf (es sei denn Du hast sie gefragt und es ist ok) und keine anzüglichen Bilder
  • Wenn Dir Etwas komisch vorkommt, sprich mit uns (Eltern)
  • Lade keine Daten herunter, wenn Dir Jemand was anbietet (Klingeltöne oder Filme). Das ist strafbar oder kann ein Virus oder eine Spionagesoftware mitbringen
  • Erzähle uns und deinen Freunden von allen neuen Internetbekanntschaften
  • Gehe niemals alleine und ohne Begleitung zu einem Treffen, dass Du im Internet mit einem Fremden gemacht hast

Quellen:

Bundesministerium für Familie: Gutes Aufwachsen mit Medien: Smart Home clever vernetzt – Infos und Tipps für Eltern und pädagogische Fachkräfte zur Medienerziehung

Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest: KIM Studie

auch wenn nicht im Artikel erwähnt, vom Medienpädagogischen Forschungsverband Südwest, die JIM Studie für Jugendliche bis 19 Jahre. Ebenfalls eine interessante Lektüre für Eltern. 

Bayrisches Landeskriminalamt: Chatten: ja aber richtig

Der Umgang mit dem Internet ist eine Angelegenheit, da sollten sich alle Eltern vorher Gedanken machen. Meiner Meinung nach ist es auch sehr wichtig, dass Eltern sich auskennen und auch schon einmal auf diversen Seiten waren. Zu wissen was es Alles gibt hilft, um die eigenen Kinder aufzuklären und zu sensibilisieren. Unterstützend kann diverse Software installiert werden, um für bestmögliche Internetsicherheit zu sorgen. Nichts desto trotz, die Kinder treffen sich bei Freunden, sind in Gruppen und werden früher oder später mit diesen Seiten in Kontakt kommen. Umso wichtiger ist es, dass Eltern dem Vorbeugen und bereits aufgeklärt haben. Das gilt sowohl für das Surfverhalten aber auch für chats und social media. Der Umgang mit Bildern, Urheberrechten und der Schutz der eigenen Identität. Für mich ist auch eine vertrauensvolle Bindung von Bedeutung – das die Kinder reden und fragen, wenn sie merkwürdige Leute treffen oder auf einer Seite waren, die sie beschäftigt. Das setzt Vertrauen und Ehrlichkeit voraus. Ich persönlich finde es auch wichtig den Kindern zu erzählen, wenn eine Überwachungsoftware installiert wurde und das es dem Schutz dient und nicht der Kontrolle. Besonders in der Pubertät kann das zu Konflikten und Frust führen, die schlussendlich das Gegenteil bewirken. 

Im 3. Teil der Blogreihe werde ich einen 2. Teil zum Umgang mit Fremden schreiben. Im 4. Teil wird es dann um Kindersicherheit zu Hause und im Garten gehen. 

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