“Wir sind vollkommen frei zu tun was wir wollen!” – kindergartenfrei und glücklich – Interview

Heute möchte ich einen weiteren Teil meiner Blogreihe vorstellen. Angelika lebt mit ihrem Sohn “kindergartenfrei” und das aus bewusster Entscheidung heraus. Der Große ist auf einer freien Schule. Natürlich könnt ihr Angelika im Netz besuchen. Wie immer zur Anmerkung, ihr verlasst dann Mamazeiten.com:


www.gluecksleben.de

www.facebook.com/glueckslebenmethode 

öffentliche GLÜCKsLEBEN Gruppe mit kostenfreien Webinaren und Glücks-Coaching:

GLÜCKsLEBEN Facebook Gruppe

 

 


Hat (eins) Euer Kind/Kind(er) jemals einen Kindergarten/ Tagesmutter besucht? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?Unser älterer Sohn hat die klassische Variante erlebt: Kinderladen vom 2. bis zum 6. Lebensjahr. Der Jüngere war sogar in 2 verschiedenen Kinderläden vom 1. bis zum 4. Lebensjahr.Wir haben jeweils sehr bewusst nach Kinderläden geschaut, die liebevoll und naturnah die Kinder begleiten und ihnen möglichst viele eigene Entscheidungsmöglichkeiten lassen. Wir waren auch an der Auswahl der Erzieher beteiligt und konnten darauf achten, mit wem unsere Kinder so viele Stunden ihrer Zeit verbringen…Zur damaligen Zeit waren wir zufrieden, haben auch als Familien viel zusammen unternommen (Kinderladenreisen) und hatten das Gefühl unsere Kinder seien gut aufgehoben.

Lebt ihr bewusst – kindergartenfrei – bitte erzähle wie es dazu gekommen ist

Im Jahre 2016 begann ich als Glücks-Coach zu arbeiten und unterstütze seitdem meine Kunden darin, ihren Glücksgefühlen zu folgen.
Das führte zunehmend dazu, dass mir die Diskrepanz dessen, was ich lehre und dessen, wie meine Kinder ihren Alltag erlebten, auffiel… Sofort war klar, dass wir unseren Kindern ermöglichen wollen, zu leben, was sie GLÜCKLiCH macht! Egal, was sonst „üblich“ ist oder andere für „richtig“ halten. Zunächst war der Ältere im Fokus, weil er mittlerweile in der Schule war und sich fragte, wieso die Lehrer so wenig wertschätzend mit den Kindern umgehen durften…Er bekam immer häufiger psychosomatische Bauch-und Kopfschmerzen und wir suchten nach anderen Möglichkeiten, die wir in einer freien Schule für ihn fanden. Dort stehen freie Entscheidungen, die Wertschätzung der eigenen Wahrnehmung und der liebevolle Umgang mit anderen im Vordergrund. Dann begann unser Jüngerer im Kinderladen zunehmend mit seiner temperamentvollen (und ja, manchmal auch sehr eigenwilligen ;-)) Art anzuecken.
Immer häufiger wollte er zu Hause bleiben. Und das konnte ich ihm ermöglichen, weil ich mittlerweile komplett auf Online-Coaching umgestiegen war und von zu Hause arbeitete.
Keiner von uns wollte mehr, dass er sich irgendwie einfügen oder anpassen sollte – und so schlich sich der Kinderladen langsam aus, bis er Ostern 2017 endgültig entschied, nicht mehr hingehen zu wollen.

Welchen Nachteile seht ihr an einem klassischen bzw. generell an Kindergärten? Gibt es Deiner Meinung nach auch Vorteile?

Ich glaube, dass es ganz auf die Menschen dort ankommt. Sowohl diejenigen, die dort arbeiten, als auch die Kinder. Für viele mag das ein inspirierender Ort sein – für andere aber eben mehr Stress als Lust. Je größer die Gruppen und je strenger die Vorgaben, umso weniger können sich aus meiner Sicht die Fähigkeiten und Potenziale der Einzelnen entfalten. Andererseits gibt es sicherlich auch fantastische gemeinsame Erlebnisse und den großen Vorteil, dass Erzieher sich dazu berufen fühlen mit Kindern zu sein – während viele Eltern gern auch mal „Kinderpause“ haben.

Welche Vorteile siehst Du darin, kindergartenfrei zu leben?

Wir sind vollkommen frei zu tun, was wir wollen und wann wir es wollen 😉 Mein Sohn darf sein, wie er ist. Hier ist er kein Störenfried, der sich ändern müsste, um geliebt zu sein. Er ist frei und geliebt um seiner selbst willen.

Wie sieht Euer klassischer Tagesablauf aus?

Aufstehen ohne Wecker, einfach wenn wir wollen. Dann gibt es meist eine Phase, wo jeder seins macht (ich meditiere und arbeite, Lukas spielt) und dann unternehmen wir was zusammen. Mal draußen, mal drinnen, je nach Lust und Laune. Da ich online arbeite, mache ich das auch zwischendurch unterwegs (egal ob draußen am See oder in einer Indoor-Tobewelt) und am Wochenende. Es gibt keine Vorgaben, sondern wir sind flexibel.

Wie wichtig sind für Dich soziale Kontakte vom Kind(er) und besucht ihr andere Angebote wie bspw. Musikschule, turnen usw., wo es/sie mit anderen Gleichaltrigen in Kontakt kommen?

Soziale Kontakte gibt es überall. Wir sind innerhalb der Kleinfamilie zu viert, es gibt weitere Familienmitglieder, Besuch von Freunden und ständig auch spannende Begegnungen mit vorher Fremden. Unsere beiden Söhne sind (übrigens ebenso wie wir Erwachsenen ;-)) ungern auf Termine festgelegt und fügen sich nicht gern in Gruppenhierachien (unter der Führung eines „alleinkompetenten“ Erwachsenen) ein. Alle Sport und anderen Angebote wurden daher schnell wieder abgewählt.

Im Kindergarten bekommen Eltern oft zu hören, dass es wichtig für die Kinder wäre, dass sie alleine in der Einrichtung sind, Regeln lernen und sich alleine durchsetzen müssen. Wie stehst Du dazu?

Wozu soll das wichtig sein? Um in einer Gesellschaft klar zu kommen, die es als gegeben ansieht, dass Menschen damit klar kommen müssen, Dinge zu tun, die sie nicht glücklich machen? Und in der es ebenfalls als normal angesehen wird, sich vereinsamt zu fühlen? Da ist der Glaubenssatz dahinter, dass es wichtig wäre, sich anzupassen, einzufügen und sich seinen Platz im Leben zu erkämpfen. Ich glaube, dass jeder seinen Platz bereits als Geburtsrecht mitbekommt. Die Zeiten tapfer sein zu müssen sind vorbei, wir dürfen GLÜCKLiCH sein.

Ein anderes Argument: Im Kindergarten werden den Kindern Aktionen angeboten, die ich niemals alleine zu Hause hinbekommen würde, weil meist die Zeit dazu fehlt (malen, basteln, Sprachförderung, Ausflüge usw..) Wie siehst Du das?

Ich bin kein Animateur und ich glaube auch nicht, dass dies für irgendwen notwendig wäre. Im Hintergrund dieser Aussage steht die Angst, dass mein Kind nicht „genug“ aus sich selbst heraus ist oder lernt und unbedingt gefördert werden müsste. Das ist pures Mangeldenken.Überall sind wir Menschen in der Lage uns zu entwickeln, Spaß zu haben und zu lernen. Dafür brauchen wir kein Programm (auch wenn das natürlich ebenfalls Spaß machen kann, keine Frage!).

Was hältst Du von Beurteilungs- und Beobachtungsbögen, die mit den Eltern meist jährlich besprochen werden?

Für mich waren dort nur die Stellen interessant, wo es um Beobachtungen der Erzieher ging, welche Begabungen oder besonderen Fähigkeiten ihnen bei meinen Kinder aufgefallen waren 🙂 Alles andere zielt wieder nur darauf ab, bestimmten Erwartungen entsprechen zu sollen. Aber wir Menschen sind nun mal unterschiedlich, lernen verschieden und entwickeln uns ganz unseren Talenten entsprechend. Problematisch finde ich, dass mit diesen Kategorisierungen schnell scheinbare Mängel diagnostiziert werden. Nachfolgend wird dann an diesen Punkten „herumgedoktert“ und der Fokus richtet sich auf Defizite, anstatt auf Talente.

Wie stellst Du dir einen Kindergarten der Zukunft vor?

Freiraum für die Kinder, selbst zu entscheiden, wann sie hingehen möchten. In Verbindung mit Co-Working Möglichkeiten für die Eltern. Freude am einzelnen Individuum im Zentrum, anstatt der Ausrichtung die Kinder für spätere Lern- oder Arbeitsplätze zu erziehen.

Was hältst Du von bedürfnisorientierter Erziehung und ist es deiner Meinung nach mit dem Kindergarten vereinbar?

Ich glaube „Erziehung“ an sich wird zunehmend in den Hintergrund treten. Überall da, wo Menschen sich wertschätzend, liebevoll und selbstbestimmt begegnen, werden sie sich wohlfühlen. Egal, ob Erwachsene oder Kinder.

Was hältst Du davon, dass Kinder in Ganztagesgruppen bis 16.30 Uhr im Kindergarten verbringen?

Siehe oben. Für mich ist das Umfeld entscheidend. Das kann sicherlich auch in entsprechenden Kindergärten ganztags für manche Kinder (und ihre Eltern) passend sein.

Seht ihr den Kindergarten als wichtig für die Entwicklung und vor Schulbeginn? Denkst Du der Kindergarten ist eine gute Vorbereitung auf die Schule?

Ebenso wie die Kindergärten sehe ich auch die Schule im dringend notwendigen Wandel. Ich will meine Kinder daher gar nicht auf eine Schule vorbereiten, die sie nicht selbstbestimmt sein und lernen lässt. Abgesehen davon halte ich das innere Konzept, jemanden auf etwas vorbereiten zu „müssen“ für eine Folge des Glaubenssatzes, bestimmten Pflichten oder Erwartungen entsprechen zu müssen.Niemand von uns muss das. Wir sind frei zu entscheiden.

Denkst Du das Kind(er), die kindergartenfrei aufwachsen, mit dem Eintritt in die Schule, Schwierigkeiten bekommen? 

Fast alle Kinder haben mit dem Eintritt in die bisherigen Schulen Schwierigkeiten…

Gibt es noch Anmerkungen, Gedanken oder Anregungen, die Du gerne los werden möchtest? Bitte teile sie uns noch mit.

Umso mehr wir als Eltern die innere Freiheit erreichen, zu leben, was uns GLÜCKLiCH macht, umso mehr sind wir in der Lage, dies auch unseren Kindern zu ermöglichen.Fangen wir also bei uns selbst an. Lebe dein GLÜCKLiCHES Leben! Alles Liebe für dich.

 

 

 


Angelika, herzlichen Dank für Deinen Beitrag und den Einblick in die Familie und euren Alltag. Ich werde die Blogreihe Kindergarten immer mal wieder weiter führen und interessante Gastbeiträge und Interviews zum Thema veröffentlichen. Weiterhin arbeite ich an einer neuen Reihe, die auch bald an den Start gehen wird. In den kommenden Tagen widme ich mich allerdings einem persönlichen Thema und mache bei einer Blogparade zum Thema “Harry Potter” mit. Außerdem steht noch unser Zeltausflug an die Ostsee an. Lasst Euch überraschen! 

 

Auch lesenswert:

Kindergartenkonzepte

Checkliste Kindergarten zum Download

Interview mit Birke zum Thema kindergartenfrei und Erfahrung im Waldorfkindergarten

Interview mit Jenny zum Thema Kindergarten

“Ich habe mich geweigert, in einer konventionellen Kita zu arbeiten” – Interview mit Rebecca

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.

Menü schließen