Blogreihe Kindersicherheit: Teil 1 Mit Kindern unterwegs

In meiner neuen Blogreihe Kindersicherheit, möchte ich auf verschiedene Themen aufmerksam machen und wie Eltern sich vorbereiten oder schützen können. Dazu zählen Unternehmungen, in der Schule, im Internet aber auch Kindersicherheit zu Hause oder auf Reisen. Heute geht es um das Thema: Mit Kindern unterwegs.

Ein Zoobesuch steht an und wir wissen, es ist Sonntag, sehr viele Menschen werden unterwegs sein und wir sind alleine mit drei Kindern auf Erkundungstour. Wie also vorbereiten? Wie reagiere ich richtig, wenn ein Kind verloren geht und wie sollten sich die Kinder verhalten? Wie verhalten, wenn ein Fremder kommt? In dem Beitrag heute möchte ich Euch verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, wie Eltern sich vorab vorbereiten können und Übungen, die ihr mit euren Kindern regelmäßig durchgehen könnt, wenn sie in eine Gefahrensituation kommen. Außerdem ein kleiner Exkurs in das World Wide Web und das Thema Sicherheit.

Maßnahmen, die Eltern im Vorfeld treffen können

Ob es nun ein Zoobesuch, Weihnachtsmarkt, Stadt oder eine andere Veranstaltung ist, Kinder laufen sehr nach ihrem eigenen Bedürfnis, zielgerichtet zu den Attraktionen, die sie interessant finden. Sie warten meist nicht bis Mama und Papa da sind oder sprechen es vorher ab. Ältere Kinder sicherlich schon aber im Alter zwischen 3 -6 ist es toll, vorzulaufen und die Welt zu entdecken. Von daher gibt es Maßnahmen, die ihr bereits im Vorfeld treffen könnt:

  • Klare Absprachen
    • Wir als Eltern sprechen uns ab, wer für wen zuständig ist und nicht aus dem Blick verliert. Bei drei Kindern und Hund ist es meist so, Einer passt auf die Zwillinge auf und der Andere hat den Gr0ßen und den Hund an der Leine. Egal wie, Einer nimmt zwei Kinder, der Andere Hund und ein Kind. Das besprechen wir vorher und wir verlassen uns aufeinander.
  • Telefonnummer
    • Bei solchen Veranstaltungen den Kindern die Telefonnummer auf die Hand schreiben. Es gibt auch SOS Armbänder für Kinder. Es ist allerdings auch wichtig, den Kindern zu erklären. “Wenn Du uns nicht mehr siehst oder findest, dass ist die Handynummer, da sind wir erreichbar.”
  • Treffpunkt
    • Mit großen Kindern ist es schon einfacher. Die Umgebung genau ansehen und absprechen, “Wenn Du uns nicht findest, dann gehst Du zu dem großen Gebäude und stellst Dich an den Eingang und wartest da”. Wir treffen uns dort. Das ist übriges selbst beim Supermarktbesuch ratsam, den Kindern zu erklären. “Hier sind die Kassen. Wenn Du uns verlierst, gehst Du zu einer Kasse und sagst Bescheid.”
  • Foto machen
    • Vor jedem Ausflug ein Foto von Allen. Sollte Jemand verloren gehen, ist die Beschreibung einfach und es gibt ein Bild mit der aktuellen Kleidung, die Passanten gezeigt werden kann
  • Auffällige Kleidung und Accessoires
    • Auch das ist eine Möglichkeit der Prävention. Hat das Kind eine knallgelbe Jacke an oder eine lustige Mütze, erinnern sich im Fall der Fälle, auch andere Leute schneller.

Das Kind ist verloren gegangen – wie rufe ich richtig?

Solle es wirklich dazu kommen, dass sich Eltern und Kind aus den Augen verloren haben, wird meist der Name des Kindes gerufen. Das hilft allerdings aufmerksamen Mitmenschen erstmal nicht. Sie bekommen zwar mit, da sucht Jemand sein Kind aber sie wissen natürlich nicht, wie sieht der Junge eigentlich aus. Daher ist es sehr wichtig, richtig zu rufen.

Daher ständig und laut rufen:

“Wir suchen einen Jungen, 3 Jahre alt, blonde Haare. Er trägt eine gelbe Jacke und eine Stachelmütze. Haben Sie ihn gesehen?” Die Passanten auch fragen, ob sie sich an der Suche beteiligen können. 


 

Wie Kinder sich wehren können?

Auch wenn es eine schlimme Vorstellung ist, dass ein Fremder unsere Kinder anspricht, an die Hand nehmen möchte oder sogar wegträgt, wir können unsere Kinder nur schützen, wenn wir mit ihnen über diese Themen sprechen. Dazu gehört natürlich, dass sie grundsätzlich wissen: Ich gehe nicht mit Fremden mit. Auch dann nicht, wenn der mir Hundewelpen zeigen will oder Süßigkeiten verspricht. Es gibt sogar Fälle, da wird den Kindern erzählt, dass Mama und Papa einen Unfall hatten und er sich nun kümmert und gemeinsam ins Krankenhaus fahren. Daher sollte es immer klare Absprachen geben:

  • Wenn Dich Jemand anspricht den Du nicht kennst, gehst Du nicht mit
  • Wenn Dich Jemand anspricht der Dich kennt, gehst Du nur mit, wenn es vorher mit Mama und Papa besprochen wurde
  • Du darfst nur bei bspw. Oma und Opa, Onkel Tante und bei xyz mitgehen. Sonst nicht, auch wenn Du die Mama oder den Mann kennst.
  • Hast Du Angst, läufst Du in ein Geschäft oder eine Bank und bittest um Hilfe

Weiterhin sollte mit den Kindern auch geübt werden.

An der Hand weg ziehen:

Das Kind sollte rufen: “Ich kenne SIE nicht! Lassen Sie mich los!” – Wichtig, denn Passanten merken an dem “Sie” sofort, hier stimmt was nicht.  Das kann auch prima geübt werden: Mit den Beinen entgegen stemmen und zeigen, nein – ich möchte nicht mitgehen.

Auf dem Arm weg tragen:

Das Kind sollte rufen. “Lassen SIE mich los! Ich kenne SIE nicht!”Auch hier zeigt das “SIE”, dass die Situation nicht normal ist und Passanten würden eher eingreifen, als wenn das Kind nur: “Lass mich los” rufen würde. Körperlich ist in dem Fall Alles erlaubt: treten in die Weichteile, kratzen, beißen, in die Augen pieken, mit beiden Händen auf die Ohren hauen oder laut in das Ohr schreien, an den Haaren ziehen. Wenn ein Kind sich so wehrt, wird sich auch der böse Mann überlegen, ob er den Plan weiter verfolgt oder es lieber lässt, denn mit so einer Reaktion wird er sicherlich nicht rechnen.

Exkurs: Das World Wide Web – besondere Vorsicht!

In einem bestimmen Alter fangen die Kinder an, sich auf social media Seiten anzumelden oder in Kinderchats zu chatten. Hier sollten Eltern sehr viel Wert auf Aufklärung legen:

  • Accounts auf Social Media immer auf PRIVAT 
    • keine öffentlichen Profile und den Kindern erklären, dass im World Wide Web es auch Leute gibt, die Böses wollen
  • Keine Nennung von Vor- und Zunamen, Telefonnummer oder Adressen
    • Die Kinder sollten Spitznamen oder Pseudonyme nutzen
    • Niemals die Telefonnummer an Jemanden geben, auch wenn schon länger geschrieben wurde
    • Niemals die Adresse raus geben
  • Keine Treffen mit Fremden
    • Besonders bei Teenagern ist es wichtig, dass sie offen und ehrlich über Kontakte im Internet sprechen. Sie sollten sich niemals mit Jemanden verabreden, ohne das sie Bescheid geben und vorher ein wenig recherchieren. Das mag für Eltern schwierig sein aber es gibt Mittel und Wege, das Geschehen im Internet zu kontrollieren, ohne die Privatsphäre der Kinder zu verletzen.

Zum Thema Internetsicherheit und Möglichkeiten, wird es demnächst einen ausführlichen Blogbeitrag geben.

Fazit

Auch wenn der Fall hoffentlich nicht eintreten wird, es macht Sinn, die Kinder vorzubereiten und sich als Eltern ein paar Gedanken zu machen. Es steigert das Selbstbewusstsein und die Kinder fühlen sich auch selbst sicherer. Natürlich sollten sie auch immer wissen, dass es eine Verteidigung ist und sie das Wissen nicht gegen Geschwister oder in der Schule/Kindergarten ausnutzen dürfen. Es gibt auch oft Selbstverteidigungskurse für Kinder, in der solche Alltagssituationen geübt und gefestigt werden.

In meiner neuen Blogreihe – Kindersicherheit, werdet ihr demnächst Artikel zu den Themen: Internet, Sicherheit im Haushalt und zum Thema Mobbing in der Schule lesen.

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