“Verlust von 3 Kindern und die Arbeit mit Kindern im Wachkoma” – der 2. Teil des Interviews mit Natura Tribemom

Im ersten Teil Meine Kinder und ich haben ADHS – Leben mit der Krankheit” haben wir von der Diagnose und dem Alltag erfahren. Heute ist es soweit, der 2. Teil aus dem Interview mit Natura Tribemom.  Ich muss gestehen, der zweite Teil wird unter die Haut gehen und sicherlich auch bei einigen Lesern auf Unverständnis stoßen. Meiner Meinung nach, hat jeder Mensch, sein eigenes “Päckchen” zu tragen und wir werden jeden Tag vor Entscheidungen gestellt. Wir waren nicht in dieser Lebensphase, haben nicht die Diagnose ADHS und demnach steht es uns auch nicht zu, darüber zu urteilen oder sogar zu verurteilen. Ich möchte in dieser Blogreihe das Leben der Familien zeigen wie es tatsächlich ist – ungefiltert, echt und in ihrer eigenen “Sprache”. Wir Alle haben unsere Erfolge und Verluste erlebt, richtig und falsch entschieden und genau das ist es auch, was das Leben ausmacht. Ich bin sehr dankbar über den Mut von Natura Tribemom, so offen und ehrlich darüber zu berichten. Meinen Respekt und herzlichen Dank.
Im heutigen Teil geht es um die Themen Fehlgeburt, Schwangerschaftsabbruch und die Arbeit mit Kindern/Patienten im Wachkoma und Kindern/ Patienten mit Handicap.

Das Interview – 2. Teil

Du hast mir erzählt, dass es auch schon sehr schwere Zeiten in deinem Leben gegeben hat und Du bereits eine Fehlgeburt erlitten hast. In welcher Woche ist es passiert?

Ich hatte sehr schwere Zeiten in meinem Leben aber dazu zählt nicht die Fehlgeburt. Es war eine ungeplante Schwangerschaft, dass hatte nur mein Ratio nicht geplant. Auf andere Ebene war es meiner Meinung nach schon längst entschieden. Es hatte letztlich Alles – für mich – einen tieferen Sinn. Auch daraus mache ich kein großes Drama oder eine spirituelle story. Vielleicht hatte ich aber auch einfach nur meinen Eisprung viel früher als sonst. Dieses Kind ist auf einem Festival entstanden, wo ich mit psychoaktiven Drogen experimentiert habe. Da ist es dann noch ganz verständlich, dass es diesen Cocktail einfach nicht vertragen hat. Ich weine eher, weil ich über Leben und Tod meiner anderen Kinder entschieden habe. Das war eine schwerere Zeit für mich. Es ist in der neunten Woche gestorben. Die anderen in der 9. und 11. Woche.

Wie gehst Du und die Familie mit dem Thema Fehlgeburt um? 

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Die Kinder wussten das ich schwanger war. Der Fötus war schon ummantelt. Als ich es gebar, schnitten wir die Umandlung auf und schauten uns Alles ganz genau an. Mein Partner hat einen Sarg gezimmert. Wir haben den Fötus, mit kleinen Naturgeschenken, hinter unserem Garten, an einem wunderschönen Baum begraben.  Für meine Kinder war es, als ob es einfach zum Leben dazu gehört. Das tut es ja auch schließlich.

Ungewollt schwanger werden ist heutzutage oft eine Entscheidung, die zwischen Herz und Kopf entschieden werden muss. Alle Mütter, die sich gegen ein Kind entscheiden haben ihre Gründe und meinen vollen Respekt vor so einer schweren Entscheidung und für die Kraft, das auch durchzustehen. Du hast Dich in deinem Leben zweimal gegen ein Kind und für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden. Magst Du uns deine Geschichte erzählen?

Ja.
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Als ich damals zum dritten Mal in meinem Leben schwanger (die Schwangerschaft endete leider in einer Fehlgeburt) war, sagte mir meine Chefin „Du, mit drei Kindern werde ich Dich nicht weiter beschäftigen. Überlege Dir das gut.“ Sie ließ mich ins Beschäftigungsverbot gehen, so war ich finanziell noch abgesichert. Als das Kind starb, war meine größte Sorge das Geld. Dann stehe ich ohne Job und doch ohne dritten Kind da…dachte ich. Meine damalige Chefin und ich vereinbarten später, wenn ich meinem Kinderwunsch nun nachgehen möchte, schickt sie mich weiter ins Beschäftigungsverbot und ich wäre somit finanziell abgesichert. So hatte ich  die Aussichten auf mein Wunschkind und finanzielle Sicherheit. Nach der Fehlgeburt hatte ich mich so sehr auf ein Kind eingestellt, dass ich es nun auch bekommen wollte. Parallel zu dieser Zeit machte ich mich selbstständig und arbeitete über die Selbstständigkeit mit ein paar damaligen Klienten weiter. Dies war Alles mit meiner Chefin abgesprochen und dennoch kam es zu ungewollten Missverständnissen und sie kündigte mir. Das war ein Schock. Auf einmal war ich völlig unsicher. Schaffe ich das mit weniger Geld? Schafft das die junge Beziehung zu meinem Partner? Was ist, wenn ich dann allein mit drei Kindern da stehe?  Ich kann es nicht erklären, es war ein absoluter Schub voller Willensstärke, dieses Kind nicht gewähren zu lassen. Etliche Seher und Heiler hatte ich kontaktiert, die mir alle unterschiedliche Channelings gegeben haben. Würde ich heute nie mehr tun! Alle wollten mich besänftigen, dass es schon o. k. sei dieses Kind abzutreiben. Es stehe im Seelenplan. Anders als bei allen anderen Schwangerschaften die ich hatte, war mir permanent übel und zu nichts mehr zu gebrauchen. Ich konnte mich überhaupt nicht mehr um meine Kinder kümmern. Ich wollte dem schnellstmöglich ein Ende setzen. Als die Ausscharbung hinter mir lag, war ich hormonell so verwirrt, dass ich mich auch noch von meinem Partner trennte. Meine liebste Freundin lud mich eines durchzechten Nachts einfach bei meinem nun Exfreund zu Hause ab und hoffte auf Fügung….Natürlich sind wir wieder zusammen gekommen in dieser Nacht, beziehungsweise an diesem Morgen.  Unsere Beziehung war wieder so schön das wir uns folgendes dachten „also entweder starte ich jetzt beruflich durch, dann werde ich aber wohl kein Kind mehr bekommen, (ich bin ja nun mittlerweile 34 Jahre, was für mich die Grenze zum Kinder bekommen war) oder ich bekomme jetzt ein Kind und starte danach ungehindert beruflich durch. Also entschieden wir uns in voller Liebe nun für ein Kind, was auf Erden kommen darf. In dieser Schwangerschaft war mein Partner im Prüfungsstress und unerträglich. Mir ging es körperlich, wie seelisch aufgrund diesem ganzen Hormon Hin und Her, überhaupt nicht gut. Auch da wieder die Kurzschlussreaktionen -Kind abtreiben und Trennung! Hauptsache Alles weg von mir, was mich belastet und bindet. Es war zu viel passiert. So viele Dinge, die mich während der fünften Schwangerschaft schockierten. Ich hatte extreme Zukunfts-und Existenzängste. Gefangen in alten Mustern, was mir zu dem Zeitpunkt nicht bewusst war. Es ist fantastisch, wie nahe man sich in einer Schwangerschaft selbst kommt kann und wie stark doch die Anbindung ist. Blockiert man diese und steckt zu sehr in den Ängsten fest, kommt nur Zerstörung bei raus, damit es zur Neusortierung bis aufs Mark kommen kann. So glaube ich. Nun, ich lebe auf einem Vier- Seiten- Hof, habe einen großen Bus, eine riesen Wohnung, einen Garten, meine Kinder und meine Hunde. Stand ohne Job und Partner da und konnte mir diesen Lebensstandard wahrscheinlich nicht mehr leisten. Entweder ließ ich nun alles hinter mir, so wie ich es mein Leben gewohnt war-einfach alles hinter mir lassen, Neuanfang-oder ich halte endlich mal meine Gefühle aus und gehe einen kontinuierlichen Weg. Drehe meinem Schatten das Gesicht zu und berühre ihn. So war es! Ab da räumte ich mein Leben auf. Eine unglaublich harte Arbeit begann in mir, an meiner Familie, meinen Ahnen, meinen Freunden, meinen Kindern… Ich steckte in meinem gigantischsten Heilungsprozess des Kollektivs. Dafür danke ich meinen drei Sternenkindern. Es hat viele Opfer geben müssen, damit ich und mein gesamtes Umfeld, im weitesten Sinne, endlich zur Ruhe, Klärung und Ordnung in Liebe kommen konnten. Danke Leonore Flora, Josua und Josef – eine drei Sternenkinder. Ich weiß ihr seid bei mir, ihr gebt mir die Kraft wenn ich sie aus Verzweiflung verliere. Ich fühle euch, sobald ich an euch denke ❤️Ich liebe Euch. Danke das ihr so nah bei mir wart.
Das dürfen hier nun ganz Viele lesen. Egal ob sie mich verurteilen und an ihre eigenen Grenzen dadurch geraten. So ist das Leben…wir versuchen doch Alle nur unser Bestes zu tun und fast nie etwas aus bösem Willen.

Wie geht ihr mit dem „Verlust“ um?

In diesem Sinne fühlt es sich nicht wirklich wie Verlust an. Wir reden darüber, es ist ein ganz normaler Teil unseres Lebens geworden. Manchmal weine ich und besuche die Gräber. Meine Kinder erzählen völlig frei von all diesem Geschehen. Sie haben von ihrem Vater ein Halbgeschwisterchen bekommen, welches genau an dem Tag geboren wurde, als mein zweites, abgetriebenes Kind geboren worden wäre. Es trägt sogar den selben Namen, den unser Kind hätte tragen sollen. Das wussten die neuen Eltern natürlich nicht. Die Stiefmutter meiner Kinder, hatte damals sogar zur selben Zeit wie ich, die Fehlgeburt. Meine Kinder haben also Einiges erleben dürfen in den letzten Jahren. Ich staune über ihre Kraft und ganz natürliche Lebenslust sowie Optimismus. Sie nehmen die Dinge wie sie kommen und lassen Sie los so wie sie gehen… Es sei denn, es geht natürlich um Pokémon Karten oder irgendeinen anderen Spielzeugquatsch. Wer jetzt denken mag, “natürlich haben die Kinder bei dieser Frau eine Klatsche und kein ADHS“. Ja, diesen Gedanken hatte ich auch schon oft. Allerdings waren meine Kinder seit Säuglingsalter an sehr auffällig und der Verdacht bestand schon sehr früh.

Wie hat das Umfeld reagiert bzw. auch die Familie?

Nun, ich weiß natürlich nicht was hinter meinem Rücken gesprochen wird aber ich habe auf sehr viel Verständnis stoßen dürfen. Die etwas älteren Generationen waren erst mal schockiert aber nachdem sie gesehen haben wie offen, ehrlich und auch verletzlich ich mit dem Thema umgehe und was ich daraus gemacht habe, sind auch Sie an dieser Situation gewachsen.
Welche Rolle spielt der Glaube in eurer Familie?

WIR SIND. Präsens, das ist Alles. Wir fühlen uns und die Anderen. Wir lieben und wir hassen uns. Wir sind in unserer Natürlichkeit verbunden mit allem was ist . Wir glauben an das Jetzt und die Verbindung. Es entsteht einfach. Es ist für uns eher ein Prozess des Tuns, weniger des „Glaubens“.

Du bist selbständig und mit deinem Theraphiehund – einem Königspudel – auf Kinder mit Behinderung und Kinder im Wachkoma spezialisiert. Wie kam es dazu?

Im Prinzip wollte ich schon immer mit Tieren und Menschen arbeiten. Mein Leben hat mir sehr viel Wissen geschenkt, dass wollte ich im zunehmenden Alter gerne weiter schenken und zwar mit genau Denen, die das Herz am meisten berühren können.  Für genau Diese, die es vermutlich mit am meisten brauchen. Meine Tiere helfen Bedürftigen. In meiner Hochschule wurde ein Kurs dazu angeboten. Tiergestützte Therapie. Da ich aber das meiste Wissen schon hatte und nur in speziellen Bereichen Bildung brauchte, kontaktierte ich die Ausbilderin persönlich. Eng an ihrer Seite, durfte ich unglaublich viel erfahren und lernen. Ich habe mit den interessantesten Schicksalen zusammen gearbeitet und viele bis zum Tod begleitet, welche auch durch die Medien gingen. Irgendwann entdeckte meine Chefin, dass ich eine gewisse Gabe habe mit behinderten und vor allem mit Kindern umzugehen. So förderte Sie mich in diesem Bereich und setzte mich ausschließlich dort ein.

Welche Erfahrungen hast Du in deinem Beruf machen dürfen?

Das ist ein sehr breites Spektrum. Ich habe gesehen, dass es Dinge gibt, die wir nicht mehr greifen können. Viele Menschen die ein normales Leben führten, wachen nach einem Unfall auf einmal in einem völlig entstellten Körper auf und können sich nicht mehr mitteilen. Doch der Geist scheint klar. Diese Menschen verkümmern zunehmend emotional und versperren sich. Das Trauma ist zu groß. Die Wut auf die Menschen, die sie wiederbelebt haben und alle Anderen die sie pflegen, wird sehr groß. Aber wenn Hunde kommen, geht das Herz auf, die Atmung reguliert sich, der Turnus wird weicher. Der Wille sie zu berühren, sie anzuschauen. Der Körper möchte sich von innen heraus zu den Hunden bewegen und nicht weil ein Physiotherapeut sagt „ Bitte drehen Sie den Rumpf“, danach wird der Körper des Patienten unsanft mit äußere Einwirkung bewegt. Entschuldigung, oft nicht absichtlich unsanft aber viele Menschen im Wachkoma empfinden jede Berührung als schmerzlich.
Meine Hunde fühlen auf weite Distanzen vorher den anderen Menschen. Sie signalisieren mir ganz genau, wie sich dieser Mensch fühlt, was er braucht und was ich tun kann. Die Kommunikation zwischen mir und den Hunden ist das Allerwichtigste bei dieser Arbeit. Dann gibt es eben noch die Angehörigen, die zu begleiten sind, und Jene, die im bewusstseinsveränderten Zustand geboren werden. Die unschön ausgedrückt “Behinderten”. Diese sind ja ganz faszinierende Menschen. Lässt du dich auf sie ein, eröffnen Sie dir Welten, von denen du wahrscheinlich nicht wusstest, dass es sie gibt. Ihre Wahrnehmung und die Gabe, die Behinderte mitbringen können, ist fantastisch. Aber nicht Jeder hat die Geduld und Liebe für diese Menschen. Der Großteil wird nicht gut genug behandelt. Der Wille ist da, sie in unserer Gesellschaft zu integrieren aber in der Praxis sieht es einfach ganz anders aus. Wir geraten da wahrscheinlich oftmals an unsere Grenzen. So auch ich.

Ich persönlich stelle es mir sehr schwer vor, mit Kindern im Wachkoma und deren Familien zu arbeiten. Wahrscheinlich gibt es dort keine Chance auf Heilung. Wie empfindest Du diese Arbeit und kann mit den Kindern eine Art der Verbindung aufgebaut werden?

Chancen auf Heilung? Jetzt wäre wirklich die Frage was “heil” ist?  Viele Behinderte sind in sich ein geheilter, geschlossener Kreis. Sie sind einfach nur bedürftig und abhängig von uns. Sie wollen die Verbindung zu uns aufbauen, damit wir die Verbindung zu Ihnen aufbauen können und sie uns all das zeigen können, was sie mitbringen. Auch die Menschen, die durch einen Unfall ins Wachkoma gekommen sind. Die an einer Erbkrankheit erkrankt sind, beziehungsweise durch Infektion oder, oder. Alle begeben sich auf eine individuelle Reise, der sie wohl ins Auge blicken dürfen. Es ist nicht immer das Ziel heil zu werden. Das ist ein Gutmensch, denken von uns harmoniebedürftigen Menschen. Auch ich habe oft gedacht, wäre doch dieser Mensch besser gestorben. Ja, ich konnte zu all meinen Klienten eine sehr starke Verbindung aufbauen und sie zu mir. Ich hatte auch gute Lehrer, die mir gezeigt haben damit umzugehen. Tatsächlich konnte ich einiges bewegen. Familien konnten zusammen wachsen. “Loslassarbeit” war wichtig und ich durfte individuelle Prozesse begleiten. Einige Menschen habe ich gewiss auch verärgert, genervt oder gestresst. Mein Klient, bei dem ich jetzt noch einmal die Woche bin, ist mir sehr ans Herz gewachsen. Er hatte einen Unfall vor über zehn Jahren. Er ist ins Wasser gesprungen und im Schlamm stecken geblieben. Eine knappe Stunde war er unter Wasser. Als ist die Rettungsdienste ihn endlich fanden und an Land zogen, schlug er sogar noch die Augen auf. Damals war er 16 Jahre alt. Sie hatten ihn ins künstliche Koma gelegt. Als er aufwachte, konnte er sogar noch sprechen. Danach begannen die Spastiken in seinen Körper zu schießen. Einige falsche Therapien und Medikamente kamen zum Einsatz. Etliche Male hat er versucht sich das Leben zu nehmen. Doch immer wieder hat das Ego des Menschen versucht ihn am Leben zu erhalten. Er hat sich völlig in sich verkapselt und innen von außen getrennt. Alles Außen abgewehrt. Fast Jedem, der ihm zu nahe kam, wurde mit Schlägen auf Abstand gehalten. Nächtelang schrie und weinte er. Das Essen verweigert er. Seine Sprache verkrüppelte komplett. Nun sitzt er im Rollstuhl und aus irgendeinem Grund haben sich unsere Herzen berührt. Er ist kooperativer, isst wieder von selbst, manchmal spricht er auch einzelne Worte oder Sätze. Er lacht unglaublich viel und er ist der stärkste Mensch den ich kenne! Ich liebe ihn von ganzem Herzen. Und damit das jetzt Alles nicht so unglaublich schnulzig klingt- er bringt mich auch dermaßen auf die Palme, dass ich ihm am liebsten an den Kopf klatschen würde, was für ein arroganter, behinderter Macho er ist.

Gibt es Dinge, Gedanken, die Du noch mitteilen möchtest?

Trotz oder genau wegen meines harten Lebens und der daraus entstandenen Persönlichkeit, war ich eine sehr gute Therapeutin und konnte vielen Menschen helfen. Dabei habe ich mich zunehmend gescheut mal zu sehen, was bei mir und meiner kleinen Familie so los ist. Am 4. August 2017 hatte ich einen Nervenzusammenbruch. Die Wochen darauf konnte mein Körper kaum aufstehen, duschen, oder was zu essen machen. Ich wollte nicht mehr leben. Ich habe mir richtig ausgemalt wie ich mich töte. Alles andere um mich herum war mir egal. Auf einmal fühlte sich Alles in mir leicht und glücklich an. Ich hab losgelassen. Ich war auf dem Weg zu mir. Und seitdem bin ich jeden Tag einen Schritt näher bei mir. Ich arbeite nicht mehr als Therapeutin und möchte das auch erstmal nicht mehr tun. Ich bin froh, dass ich in mir aufräumen darf und dieses innere Gleichgewicht sich wellenartig nach außen ausbreitet. Ich konnte mir und meiner Familie helfen. Ich möchte weiterhin zu Hause für meine Kinder da sein. Viel zu schnell war ich nach der Entbindung wieder im Hamsterrad, kurz darauf alleinerziehend und völlig überfordert mit diesen gesellschaftlichen Zwängen. Habe meine Kinder in den Kindergarten gegeben. Habe viel zu früh abgestillt. Die wichtigste Arbeit und wichtigste Therapeutin bin ich hier, bei mir zu Hause in meiner Familie. Hier stärke ich uns alle für die Welt. Wir haben alle ein Riesengeschenk für die Menschheit. Wenn wir doch in uns heil werden. Du fragtest mic, ob ich einen Blog habe. Lange habe ich überlegt, ob ich denn mal über ein online Business den Menschen mitteile, wie so ein Familienleben aussehen kann. Ganz hautnah mit Fotos aus dem Alltag. Unverblümt! Auch in den Momenten wo ich schreie und weine. Nicht nur immer diese glücklichen harmonischen Bilder. Die beglücken unser Herz aber das ist doch nicht Alles.  Als es noch das Matriarchat gab, lebten wir in Sippen. Die Frauen mit ihren Kindern, Alle zusammen, in ihrer Ahnenreihe. Männer spielten eine wichtige Rolle aber nicht diese Abhängigkeitsrolle, wie sie heute vorgefunden wird. Männer sind doch heute auch kaum noch frei und kennen ihr männliches Prinzip nicht. Das weibliche Prinzip wird kaum geachtet. Genauso wie wir Frauen es tun. Wenn wir Kinder haben, hetzen wir von Job zu Terminen und haben ein schlechtes Gewissen, weil wir kaum noch wissen wer wir sind oder wie wir die Beziehung zu unseren Kindern pflegen können. Eingeschlossen in der Ehe und in der Kleinenfamilie. Diese gibt es übrigens erst seit der Agrarwirtschaft und dem Christentum aber das ist ein anderes Thema. Nun müssen wir uns in dieser Isolation zurecht finden und oft machen wir unseren Partner dafür verantwortlich. Wir sind keine Opfer und Niemand ist wirklich allein dafür verantwortlich. Uns fehlt in dieser Einschränkung der Austausch untereinander. Die sozialen Netzwerke machen dies wieder möglich. Das was uns so fehlt, unsere Sippen, unser Triebe. Online können wir wieder zueinander finden uns austauschen und stärken. Das ist schon mal sehr viel wert. Ich hadere mit mir, weil ich keine persönlichen Dinge über meine Kinder preisgeben möchte, so dass man sie identifizieren kann. Auch bin ich lieber gern im echten, hautnahen Kontakt mit Menschen. Ich weiß es einfach noch nicht. Jetzt habe ich mich erst mal wieder bei Instagram und Facebook angemeldet, weil es da so viel zu lernen gibt. So viel Verbindung zwischen Menschen herstellen lässt, die ich sehr schätze.
Herzlichst Natura Tribemom

Mamazeiten

Mama von drei Kindern - Zwillingen - und Wuffel

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