Im Interview Teil 2: “Reisen und Kinder sind Freilerner”

Über Hanna & ihre Familie

Reisen: Mit dem Wohnmobil quer durch Europa. Mit dabei Kinder im schulpflichtigen Alter, die nicht zur Schule gehen – Freilerner. Im 2. Teil des Interviews, mit der lieben Hanna von Vagabundenliebe, möchten wir einen Einblick in ihr derzeitiges Leben geben. Als Reisefamilie unterwegs. Wie es zu dem Entschluss kam, wie es ihnen heute geht und wie sie bspw. die Reise finanzieren usw. – mehr im Interview. 

Ihr Lieben, herzlichen Dank für den offenen und ehrlichen Einblick, in euer Leben! Danke! 

Foto: www.vagabundenliebe.de

Hanna ist Mama von 2 Kindern. In ihrer Schulzeit durchlitt sie Mobbing, Demütigungen bis hin zur Einweisung. Heute reist Hanna mit ihrer Familie (mehr dazu im 2. Teil des Interviews). 

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Das Interview - Reisen im Wohnmobil & Freilerner

Ihr habt Euch entschieden, im Wohnmobil durch Europa zu reisen. Wie kam es dazu?

Minimalistisch im Wohnmobil um die Welt reisen war schon ein Traum von Marc und mir bevor wir eine Familie gründeten. Die Welt sehen, fahren, wohin man möchte, frei sein. Wir fanden immer wieder Gründe, warum es grad nicht ging oder wir noch Zeit brauchten. Aus heutiger Sicht waren das aber keine triftigen Gründe 😀 . Zu festgefahren waren wir in den alltäglichen Abläufen eines relativ normalen Lebens..
Als nun die Schulpflicht unserer Ältesten anstand, war klar, dass wir handeln mussten und so konnten wir es innerhalb weniger Monate doch möglich machen, dass wir endlich “on the road” sind!

Wieso reist ihr in einem Wohnmobil und nicht bspw. als Backpacker?

Zum einen ist das Leben im Wohnmobil für uns kostengünstiger als das Reisen in Hotels und die Transportwege dorthin mit Auto, Bahn oder Flugzeug. Zum anderen fühlen wir uns freier, weil wir nach Bedarf die Orte wechseln können und die Kinder es leichter haben, weil sie die Möglichkeit haben, mehr aus ihrem “alten Leben” mitnehmen zu können. Würden wir z.B. fliegen, wäre ihr Gepäck nur sehr begrenzt und nur weil wir selbst gerne minimalistisch leben, sollen unsere Kinder trotzdem die Freude an ihren Sachen haben dürfen, auch wenn wir die Dinge für unnötig halten. Auch der Umweltaspekt ist ein Grund. Auch wenn wir mit einem alten Dieselfahrzeug sicherlich keine weiße Weste haben, so hat sich unser “Abdruck” doch verringert im Gegensatz zu einer festen Wohnung, ein Auto und Flugreisen.

Wie lange habt ihr geplant und wie müssen wir uns die Vorbereitungen vorstellen?

mamazeiten

Die Planung begann im Grunde mit der Entscheidung, dass wir mal reisen wollen. Das ist viele Jahre her und es war ein Prozess. Mein Mann war unglücklich in seinem Job und machte mit über 30 Jahren nochmal eine neue Ausbildung, in einem Gebiet, das ihn fesselte und das gleichzeitig auf lange Sicht die Möglichkeit bot auch von unterwegs tätig zu sein. Wir zogen sehr oft um und nutzen jeden Umzug uns zu verkleinern und Ballast abzuwerfen. Als dann das Auszugsdatum für uns stand, das war so 4 Monate bevor es losging, begann ich den Haushalt aufzulösen. Wir verkauften und verschenkten alles, was keinen emotionalen Wert für uns hatte und was wir im Wohnmobil nicht gebrauchen konnten. Zeitgleich suchten wir nach einer Krankenversicherung fürs Ausland, besprachen unsere Möglichkeiten mit dem Finanzamt und Arbeitgeber und machten uns auf die Suche nach unserem neuen Zuhause, das wir in einer alten Mercedes-Benz 811 Dame fanden, für die auch noch ein Führerschein her musste. 



Die meisten Leute interessiert natürlich, wie finanziert ihr eure Reise?

Aktuell über die Anstellung meines Mannes. Auf längere Sicht haben wir aber noch diverse Standbeine im Kopf, die wir nach und nach umsetzen wollen.

Macht ihr Euch über die Altersvorsorge Gedanken?

Das tun wir. Wir sind uns dessen bewusst, dass wir nicht viel aus der gesetzlichen Rentenkasse erhalten werden und so planen wir den Aufbau eines passiven Einkommens. Zusätzlich denken wir aber auch, dass aktive Arbeit, sofern wir dazu im Alter in der Lage sind, auch so viel Spaß machen kann, dass man sich die Rente nicht herbeisehnen muss. Das Leben findet jetzt statt.

Unterrichtet ihr die Kinder unterwegs oder lernen sie vom Leben?

Unsere Kinder lernen vom Leben selbst. Wir stehen ihnen bei Fragen immer zur Verfügung und lernen mit ihnen zusammen täglich neues.

Welche Tour ist geplant und warum ausgerechnet diese Länder?

Aktuell befinden wir uns in Spanien und planen eine Weiterfahrt nach Portugal um die kalte Jahreszeit gut zu überstehen. Den nächsten Sommer würden wir gerne in Irland verbringen, weil wir auch auf der Suche sind nach einem Ort, an dem wir uns vorstellen können zu bleiben und Irland uns da sehr interessant erscheint. Mehr Pläne machen wir nicht, die werden ja doch nur geändert.

Wie haben Familie, Freunde und Bekannte reagiert?

Unsere Familie dürfte es wenig überrascht haben, denn mit denen haben wir schon vor Jahren über diese Pläne gesprochen. Die meisten unserer Freunde haben auch ganz positiv reagiert, andere wiederum reagierten mit Neid und leider zerbrachen auch einige Freundschaften.

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Wie kamen die Kinder damit klar, ihr zu Hause aufzugeben und nun im Wohnmobil zu leben?

Bisher sehr gut. Anfangs war unsere Älteste etwas traurig, weil sie die grad neu gewonnenen Freunde wieder verlassen musste, aber als sie merkte, dass wir unterwegs viel öfters auf Kinder stoßen, die den ganzen Tag Zeit haben zum Spielen und Toben und nicht erst ab 16/17 Uhr raus dürfen zum Spielen, weil sie vorher in Schule oder Kindergarten sind, verflog die Trauer darüber sehr schnell.

Was wäre, wenn die Kinder nicht mehr reisen möchten oder Heimweh bekommen?

Dann finden wir eine andere Lösung. Da wir ja auch reisen um die Welt zu erkunden und das Stückchen Erde finden wollen, an dem wir uns alle wohlfühlen, sind wir auch darauf eingestellt, dass das Reisen beendet oder unterbrochen werden kann. Wir bleiben einfach flexibel und suchen nach Lösungen, nicht Problemen.

Wie steht ihr zu dem Satz: Alles was Dich besitzt, besitzt irgendwann Dich?

Ist was wahres dran, wenn man sich nicht selbst befreit davon. Wer sich besitzen lässt, wird besessen. 😀 Aktuell leben wir nach “Besitz belastet” und achten drauf, dass wir nur so viel Last haben, wie wir tragen können.

Habt ihr ein Lebensmotto?

“Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade draus.” oder “Pläne sind dazu da, um geändert zu werden.” 😀

Welche Ziele habt ihr für die Zukunft?

Weiterhin so leben zu können, wie es uns erfüllt. Wie das genau aussehen wird, wird sich zeigen und darf sich auch immer wieder verändern.

Habt ihr Ängste, auch das euren Kindern unterwegs Etwas passieren könnte?

Nein. Jedenfalls nicht mehr als in Deutschland auch.

Foto: Vagabundenliebe

Gibt es noch Gedanken, die ihr gerne mitteilen möchtet?

In Gesprächen mit Menschen, die wir unterwegs oder im Netz treffen, hören wir ganz häufig den Satz “Das würde ich auch so gern, aber…”. Aus eigener Erfahrung kennen wir dieses Gefühl sehr gut, dass wir meinen, dass etwas nicht für uns funktioniert, was wir gerne hätten. Wir stellten aber fest, dass es nur geht, wenn wir es wirklich wollen. Hürden und Probleme sind nur in unserem Kopf. Unser Kopf hat sie durch Gedanken erschaffen, real sind sie deshalb noch lange nichtl. Wenn wir den Kopf jetzt dazu nutzen, Lösungen zu suchen, anstatt uns auf die Probleme zu fokussieren, kommen wir voran.
Tretet einen Schritt zurück und geht zum Anfang. Von dort seht ihr über das ganze Spielfeld.

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