Vom Kindergarten zur Schule – Hilfe, wir haben ein Schulkind!

Vor gut sechs Jahren ist unser größter Wunsch in Erfüllung gegangen. Unser Sohn wurde geboren. Ein kleines, zartes Wesen, dass ohne uns nicht hätte leben können. Große, blaue Augen und bereit die Welt zu entdecken. Ein faszinierendes Geschöpf und unser ganzer Stolz. Wo sind nur die letzten sechs Jahre geblieben? Heute sehe ich einen großen Jungen, der eigene Entscheidungen trifft, weiß was er möchte und was nicht und sich für Zahlen, schreiben und lesen anfängt zu interessieren. Der bei Freunden schlafen möchte oder einfach irgendwo zum spielen hinfährt und ich ihn wieder abhole. Das ist die Entwicklung und der Lauf der Zeit aber als Mama doch ein seltsames Gefühl. Nun kommt ein neuer Lebensabschnitt – die Schule: 

Die Schule – Einschulung und das was kommt

Mit der Schule verbinde ich verschiedenste Gefühle. Stolz, Respekt aber auch das Gefühl eingeengt zu werden. Im Hinterkopf zu wissen, wir müssen, er muss – keine Ausreden, keine spontanen, langen Wochenenden mehr. Auf der anderen Seite weiß ich auch, ich muss los lassen – noch viel mehr als bisher. Er wird jetzt von Jahr zu Jahr noch selbständiger. Das ist die Natur, genau so soll es sein und auch die Eltern müssen lernen. Lernen das Kinder Menschen wie Du und ich sind – mit einem eigenen Willen  – das von Geburt an. Sie können in ihrer Welt sehr wohl wissen, was gut oder schlecht für sie ist. Wir sind Begleiter unserer Kinder und nicht Diejenigen, die nur den Ton angeben. In meiner Welt sind wir auf Augenhöhe und Bedürfnisse werden ernst genommen. Natürlich funktioniert eine Familie nur, wenn Alle sich an einen bestimmten Rahmen halten und nicht Jeder nur das macht, was er gerne möchte. 

Unser Schulkind wird also noch mehr seinen Interessen nachgehen wollen und sich weiter ausprobieren. Wir werden ihn versuchen zu lassen (denn es ist auch nicht immer einfach) und ihn stärken und motivieren. Natürlich sind wir alle gespannt auf den neuen Lebensabschnitt und auf die neue Zeit. Wir haben keine Angst – wir freuen uns darauf, denn vor einem halben Jahr habe ich mein Kindergartenkind gesehen und gedacht: Er in die Schule? Wie soll er das schaffen? Wie soll er klar kommen? Er ist doch noch am spielen und freut sich hier im Kindergarten zu sein. Heute beginnt er sich zu langweilen, saugt Wissen auf wie ein Schwamm und ich denke jeden Tag: Wahnsinn, er muss wirklich in die Schule. Der Kindergarten fordert ihn nicht mehr. Er ist soweit und es ist für mich auch wirklich ok.

Ich habe früher auch darüber nachgedacht, ob Erzieherinnen und Erziehern es nicht schwer fallen müsste, jedes Jahr die Kinder ziehen zu lassen. Sie haben schließlich eine lange Zeit mit den Kindern verbracht. Heute verstehe ich die Situation besser. Die Kinder zeigen, dass sie in die Schule möchten, dass sie bereit sind zu lernen und das die Zeit vorbei ist. Sicherlich wird es auch traurig sein aber auch ein gutes Gefühl – wieder Kinder, die sich toll im Kindergarten entwickelt haben und nun bereit für die Schule sind. 

Vor der Einschulung gibt es den ersten Elternabend. Eltern lernen die Klassenlehrerin/lehrer kennen und die anderen Eltern der Erstklässler. Es müssen Entscheidungen getroffen werden, bspw. ob Ganztag oder nicht und die ersten Zettel flattern ins Haus. Von Bücherlisten über Materialien, die bitte exakt so gekauft werden sollen, bis hin zu generellen Informationen. Es ist eine andere Welt als im Kindergarten. Wir haben schon gehört: “Wir haben hier einen Lehrauftrag und keinen Erziehungsauftrag.” Erziehung ist nun wieder Elternsache – hier wird als nur gerügt und die Eltern haben sich zu kümmern. Gut, ich kann mich darauf einstellen. 

Die Einschulung rückt nun also immer näher. Die ersten Hunderter waren mit dem Schulranzen ausgegeben und dann wieder mit dem ganzen Material und Büchern. Als Mama beschäftige ich mich mit der Füllung der Schultüte, mit Geschwistertüten und ob ich wirklich Alles besorgt und organisiert habe. Bevor es los geht, liegen aber auch noch zig Wochen Ferien vor uns. Lange ausschlafen, spielen, chillen und Unternehmungen mit der Familie. Im August geht es dann los, der Wecker klingelt eher, wir müssen jeden Morgen früh aufstehen, kein trödeln und keine Ausreden. Von einer Welt in die Andere – von einem Tag auf den Anderen. Die Geschwister müssen mitziehen – sie haben keine Wahl. Auch für sie wird die Welt sich ändern. Ich weiß wir werden uns auch daran gewöhnen, die Situation meistern und unseren eigenen Weg finden. Es wird eine Herausforderung für alle Beteiligten. 

Im nächsten Beitrag werde ich über die Beschriftung der Materialien berichten – und wir müssen wirklich Alles beschriften. Vom Radiergummi, bis hin zu jedem einzelnen Stift. Außerdem werde ich Euch dann in weiteren Beiträgen zeigen, welchen Inhalt unsere Schultüte hat und auch die Geschwistertüten. 

Warum wir uns für die Grundschule mit Eingangsstufe entschieden haben, könnt ihr hier nachlesen: bitte klicken

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