Die Wohnung kindersicher machen – von Krabbelalter bis Schule

Ein neuer Beitrag aus der Blogreihe Kindersicherheit. Wenn Nachwuchs ins Haus steht, muss an viel gedacht werden. Die Grundausstattung wie Babyzimmer, Kinderwagen, erste Anziehsachen aber auch Windeln und Pflegeprodukte. Die Liste schein unendlich. Ist das baby erstmal da, werden viele Eltern erstaunt feststellen, wie schnell sich die Kleinen entwickeln und mobil werden. Sobald sie anfangen sich zu drehen, robben und krabbeln, sollte die Wohnung kindersicher gemacht werden. Nicht nur die Steckdosen und Stromkabel sind gefährlich, es gibt sehr viele Bereiche im Haus, die abgesichert werden sollten.

Krabbelalter – drehen – robben und krabbeln

In dieser Entwicklungsphase beginnen die Kleinen sich fortzubewegen aber noch nicht hochzuziehen. Dennoch erreichen sie nun rollend über den Boden, den Sofatisch mit der interessanten Tischdecke oder die Steckdose in der Ecke. Daher sollten Eltern aufmerksam durch die Wohnung gehen und schauen, welche Gegenstände gefährlich werden könnten. Hier eine kleine Gedankenstütze, die sicherlich nicht vollständig ist aber den Haushalt kindersicher machen können:

  • Tischdecken entfernen und/oder keine Gestände wie bspw. Gläser, Schalen usw. auf dem Tisch lagern
  • Hunde-/Katzenspielzeug entfernen
  • Tierfutter wie bspw. Hundeknochen oder Steinchen oder ähnliches nicht liegen lassen
  • Steckdosen kindersicher machen mit einem Steckdosenschutz
  • Tür- und Tischkanten kindersicher machen
  • Auf dem Boden stehende Dekoration, die umkippen oder auskippen könnte

Babys erkunden ihre Umwelt mit dem Mund und der Zunge. Deswegen ist es für Eltern wichtig, dass sie sorgfältig und umschauend sind. Besonders mit älteren Geschwistern ist es ratsam, immer gut zu schauen, dass keine Kleinteile herumliegen, die verschluckt oder im schlimmsten Fall sogar eingeatmet werden können.


Exkurs Aspiration von Fremdkörpern

Aspiration bedeutet soviel wie – einatmen von bspw. Flüssigkeiten oder festen Stoffen, die durch das einatmen nicht in der Speiseröhre sondern in der Luftröhre landen. Sollte das passieren, handelt es sich um einen Notfall. Das Kind bekommt schwer Luft und der Körper reagiert mit einem heftigen Hustenreiz. Ist der Fremdkörper heraus gehustet, hört dieser Reiz auf. Wir Alle kennen es, wenn wir uns verschluckt haben. Je nachdem was genau aspiriert wurde, können auch noch kleine Überbleibsel in den Bronchien stecken bleiben, die zwar nicht zu einer akuten Atemnot führen aber als Störfaktor vom Körper erkannt werden und zu einer Entzündung führen können. Eine Kontrolle beim Arzt und ggfls. Entfernung des Fremdkörpers, ist im Falle einer Aspiration immer ratsam und angebracht.

Weitere Informationen: Link


Kleinkindalter – hochziehen und laufen

Sobald die Kinder anfangen sich hochzuziehen und dann auch zu laufen, werden ganz neue Wege zurück gelegt und auch andere Räume interessant. Für Eltern ist nun nicht nur der Boden freizuhalten von Kleinigkeiten sondern auch Schubladen, Schränke und Dekoration muss kindersicher gemacht werden.  Hier wieder einige Beispiele:

  • Schubladensicherung
  • Schubladen umräumen besonders in der Küche. Gefährliche Gegenstände wie bspw. Zangen oder Messer usw. zunächst in noch nicht erreichbare Schubladen räumen oder die Schubladen sperren
  • Das Gleiche gilt für Schränke in der Küche, vor allem in dem Spülmittel und Geschirrspültabs gelagert werden
  • Deko auf Regalen und Schränken ggfls. weg räumen
  • Im Badezimmer kein Duschgel, Seife oder andere Pflegeprodukte in Reichweite stehen lassen
  • Manche Kinder lieben die Klobürste. Diese ggfls. auch hoch stellen
  • Treppenschutzgitter anbringen
  • Zimmerpflanzen nicht in Reichweite lassen und sich erkundigen, ob die Pflanzen giftig ist. Bspw. der Benjamin – Fikus ist sehr giftig. Blumenerde enthält oft Schimmelpilze, die ebenfalls Krankheiten auslösen können
  • Heiße Getränke wie der Nachmittagskaffee immer weg stellen. Verbrühungsgefahr!
  • Die Herdplatten sichern (Herdschutz)
  • Die Haustür abschließen oder mit einer Kette sichern, dass die Kleinen nicht auf Wanderschaft gehen können
  • Stromkabel möglichst so legen, dass sie nicht zum spielen benutzt werden können
  • Keine Luftballons zum spielen

Exkurs: Warum Kleinkinder nicht mit Luftballons spielen sollten

Kleinkinder versuchen gerne in einen Ballon zu beißen. Platzt der Ballon, kommt es zu einem reflexartigen einatmen. Dadurch kann das Kind kleine Gummiteile einatmen und im schlimmsten Fall sogar ersticken. Ein platzender Ballon kann bis zu 100 DB laut sein und somit Schädigungen am Ohr verursachen. Platzt der Luftballon direkt vor den Augen, kann es zu Schäden durch herumfliegende Kleinteile kommen.  Es gibt im Handel Luftballons, die nicht kaputt gehen oder ein Luftballonschutz aus Stoff, der um den Ballon gezogen wird.Heliumgefüllte Ballons niemals ohne Aufsicht zum spielen geben. Das Gas im Ballon kann durch starkes einatmen sehr gesundheitsschädigend sein. Quelle


Kletteralter

Mit zunehmender Laufsicherheit, beginnen die Kleinen auch zu klettern. Ob es nun die Griffe der Küchenschubladen sind, das Sofa oder auch der Sofatisch oder die Esszimmerstühle – kindersicher in einer neuen Dimension. Eine neue Ebene kann erreicht werden wie bspw. der Tisch, der Schrank usw.. Ist dieser Entwicklungsschritt getan, wächst aber auch das Verständnis und es können Regeln wie bspw. auf der Treppe wird nicht gespielt – aufgestellt werden. Dennoch müssen Eltern natürlich immer darauf achten, dass die Kinder sich auch daran halten. Besonders die Treppe birgt Gefahren. Bücken sich die Kinder nach heruntergefallenen Gegenständen, beugen sie sich nach vorne. Der Kopf ist aber nach wie vor das schwerste Körperteil und das Gleichgewicht kann schnell verloren werden. Daher immer ein Auge auf die Kleinen haben.

Schulkinder

Vorschulkinder haben zwar mittlerweile gelernt, dass an einer Steckdose nicht rumgespielt werden darf aber dafür werden andere Geräte im Haus interessant. Ob nun die Bohrmaschine von Papa oder durch den Drang der Selbständigkeit, alleine kochen zu wollen, der Herd. In dem Altern verstehen die Kinder schon sehr viel und müssen von den Eltern über mögliche Gefahren aufgeklärt werden. Die ersten Kochversuche natürlich nur unter Aufsicht aber auch direkt mit Erklärung, was mache ich im Brandfall. Nicht nur wichtig für die Kinder zu wissen, dass sie mit 112 die Feuerwehr anrufen, sie müssen auch unbedingt darüber aufgeklärt werden, dass bspw. brennendes Öl niemals mit Wasser gelöscht werden darf. Fängt eine Pfanne mit Öl Feuer – niemals mit Wasser löschen. Die Kinder müssen aufgeklärt werden, dass sie eine Decke oder ein großes Handtuch nehmen.  In dem Alter können Eltern bereits videos zeigen, wie Öl mit Wasser zusammen reagiert.

Auch wenn es nur indirekt um Sicherheit im Haushalt geht. Schulkinder müssen über die Gefahren im Internet und social media aufgeklärt werden. Eltern haben diesbezüglich verschiedene Möglichkeiten. In dem Blogbeitrag – bitte klicken – gibt es weiterführende Informationen.

Wichtig ist auch der Umgang mit dem Telefon zu Hause und gegenüber Fremden.  Die Haustür wird nicht auf gemacht oder nur mit Kette vor und in die richtige Reaktion in einer Gefahrensituation, kann regelmäßig durch die Eltern geübt werden. Auch darüber gibt es bereits einen Blogbeitrag – bitte klicken

Im nächsten Teil zum Thema Kindersicherheit wird es um die Sicherheit im Garten gehen, besonders um giftige Pflanzen und Pilze.

 

Fotos: pexels.com

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