Helikoptereltern auf dem Spielplatz? Oder eine wirkliche Gefahr?

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  • Beitrag veröffentlicht:April 27, 2020

Fast alle Eltern haben es auf dem Spielplatz schon erlebt – Mamas oder Papas, die bei jeder Gelegenheit rufen: “Sei vorsichtig. Pass auf. Du bist zu klein oder nicht so hoch.” Die einen Eltern sitzen auf der Bank und schauen zu und rufen eventuell Kommandos den Kindern zu oder die Anderen sind scheinbar überängstlich und halten fest, stehen fangbereit neben dem Spielturm und lassen die lieben Kleinen nicht aus den Augen. Was ist aber nun richtig? Die Kinder ihre Erfahrungen machen lassen oder wachsam daneben stehen? 

Quelle: Deutsches Grünes Kreuz

Unabhängig, ob die Kinder ihrem unendlichen Entdeckerdrang nachgehen können oder die Eltern ein wenig bremsen, es gibt Regeln, an die sollten sich Kinder generell halten. Besonders ältere Kinder sollten Vorbild sein und den Kleinen nicht gefährliche Aktionen vor machen. 

Spielplatzregeln, die Eltern ihren Kindern beibringen sollten!

Kinder sollten nur im sitzen schaukeln und sich mit beiden Händen fest halten. Nicht von der Schaukel abspringen (Bruchgefahr), nicht den Kopf nach hinten werfen (Höhe falsch einschätzen) und nicht im stehen schaukeln. Nicht anderen Kindern vor die Schaukel laufen. 

Kletternetze und Spielgeräte sind so konzipiert, dass der Kopf eines Kindes hindurch passt. Ein Fahrradhelm ist nicht eingerechnet, so dass es zur Strangulation, bis hin zum Genickbruch kommen kann. Ein Fahrradhelm unbedingt absetzen. Quelle

Viele Kinder haben Schlüsselbänder, die sie um den Hals tragen. Im ungünstigen Fall können die Kinder hängen bleiben und ersticken. Es gibt kinngerechte Schlüsselbänder mit Sollbruchstelle, im Falle einer Strangulation. 

Es wird nur nacheinander gerutscht und die Rutsche nicht hochgeklettert. Nach der Landung, unten Platz machen, dass kein Kind in den Rücken rutscht. 

Klettertürme über die Leiter erklimmen und nicht auf die Brüstung oder das Dach versuchen zu klettern.

Spielzeug von anderen Kindern wird nicht geklaut oder weg genommen. Respektvoller Umgang miteinander.

Sowohl Eltern, als auch Kinder sollten aufeinander achten. Ist ein Kind in einer gefährlichen Situation, traut sich nicht zu rutschen oder ähnliches, sollte geholfen werden. Kinder lernen von Erwachsenen Hilfsbereitschaft und Empathie. 

Balancieren und herumklettern, kann zu schweren Stürzen und schweren Verletzungen (da meist Metall) führen. Gewippt wird, indem sich die Kinder ansehen. Bei Schaukeltieren niemals den Fuß zwischen die Federn stellen. 

Die Drehscheibe ist besonders beliebt bei Kindern. Eine wichtige Regel ist, dass das Karussell erst steht, bevor ein Kind zusteigen darf. Auch hinlegen, heraus lehnen usw. ist verboten. Ein Kind kann sich bspw. ein Bein brechen, wenn es versucht, während der “Fahrt” abzuspringen. 

In Großstädten leben sehr viele Familien in einer Wohnung ohne Garten und sogar ohne Balkon. Spielplätze bieten den Kindern eine Ergänzung zum eigenen Kinderzimmer und fördern Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten.

Kinder können nicht einschätzen, ob der Spielplatz den Sicherheitsanforderungen genügt. Auch können sie drohende Gefahren oder Folgen ihres eigenen Tuns, noch nicht richtig abschätzen. Daher sollten Spielplätze regelmäßig geprüft und gewartet werden. Es gibt allerdings auch Vandalismus, Menschen wie Tierhasser, die Rasierklingen im Sand verstecken oder Drogenabhängige, die ihre Nadeln liegen lassen. Auch Verunreinigungen bspw. durch Hunde- oder Katzenkot, kann gesundheitliche Beeinträchtigungen mit sich bringen. Daher obliegt es auch den Eltern, dass sie selbst einen Spielplatz – bei Ankunft – in Augenschein nehmen und auf die Sicherheit schauen.

  • Ist die Außenanlage gepflegt und eingezäunt. Ist der Zaun ok oder gibt es morsche Latten, an der sich die Kinder weh tun könnten?
  • Stehen giftige Pflanzen in unmittelbarer Umgebung?
  • Liegt Tierkot, Spritzen, Scherben oder Müll auf dem Boden, der möglicherweise gefährlich werden könnte?
  • Es ist genügend Sand bzw. Fallschutzmatten vorhanden
  • Die Spielgeräte sind nicht beschädigt oder marode
  • Die Schaukeln sind fest gesichert
  • Alle Spielgeräte stehen stabil und fest mit dem Boden verbunden
  • Keine scharfkantigen Ecken oder hervorstehende Schrauben etc..
  • Plastikteile sind nicht gebrochen
  • Plastikteile ohne Risse
  • Der Spielplatz macht generell einen guten Eindruck
  • Es liegen keine Scherben oder andere gefährliche Gegenstände im Sand – auch mit den Füßen Sand ein wenig auflockern

  • Keine Verunreinigung durch Kot oder Müll 

  • Es wachsen keine für Kinder giftigen Pflanzen im Sand
  • Alle Seile und Befestigungen sind intakt und nicht porös
  • Finden Sie Mängel, wenden Sie sich an die Stadt oder Betreiber des Spielplatzes und machen ggfls. andere Besucher darauf aufmerksam. 

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Kinder sind meist sehr vorsichtig und trauen sich nur Aktionen zu, für den sie den Mut haben. Es gibt aber auch übermütige, motorisch schwache Kinder oder einfach Eltern, die schon in ihrem Leben nicht so positive Erfahrungen gemacht haben. Ein Sturz mit dem Kopf zu erst, kann sehr gefährlich sein, auch wenn als Bodenbelag Sand ist. Da die Kleinen ihr Tun nur bedingt einschätzen können, ist ein wachsames Auge immer ratsam. Sicherlich können die meisten Eltern den eigenen Nachwuchs einschätzen. Urteilen über Eltern, die vielleicht ein wenig vorsichtiger sind, ist jedoch nicht angemessen. Niemand kennt die Geschichte und Erfahrung hinter dem Verhalten. 

Denken Sie daran, sind verantwortlich, für die Sicherheit ihres/ihrer Kindes/Kindes!

Auf vielen Spielplätzen findet sich auch ein Hinweis, dass die Eltern haften und verantwortlich sind. Damit ist nicht nur Vandalismus gemeint sondern auch, dass beispielsweise die Stadt oder der Betreiber, nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann, wenn das Kind vom Spielturm fällt und sich dabei verletzt. Der Betreiber ist aber für eine regelmäßige Wartung und Überprüfung verantwortlich. Ein Spielplatz soll ein Ort zum toben, ausprobieren, spielen und für eine schöne Zeit sein – in einer sicheren Umgebung.

Weitere Themen: Kindersicherheit von Krabbelalter bis Vorschulzeit

Kinder untersuchen Gegenstände, Pflanzen und Alles, was sie in die Hände bekommen, gerne mit dem Mund. Im Garten ist besondere Vorsicht geboten:

Bildquellen Pixabay: (netz-spielplatz-spielgerät-cangerdesing)