Sternenkind – Elternrechte und in Würde Abschied nehmen

Sternenkind. Niemand wünscht sich so eine schreckliche Situation. Der Frauenarzt/ die Frauenärztin schaut besorgt und sagt dann mit trauriger Stimme: „Das Herz schlägt nicht mehr.“ Oder die Frau bekommt in den ersten Wochen Blutungen, die Schwangerschaft verläuft mit Komplikationen – nein, das wünscht sich Niemand aber es kommt leider vor. 

Dieser Artikel ist für Betroffene aber auch für bereits schwangere Frauen, Frauen mit Kinderwunsch oder auch Männer, die eine Familie gründen wollten. Auch wenn die meisten Schwangerschaften gut verlaufen, es ist wichtig, die Grundlagen zu kennen, um dann eine ganz persönliche Entscheidung treffen zu können.

Baby unter 500 Gramm

Mamazeiten - würdevoller Abschied - Recht auf Bestattung

Aus eigener Erfahrung weiß ich,  es gibt auch Krankenhäuser und Ärzte, die im Falle einer stillen Geburt, weder Aufklärung betreibt, noch die Möglichkeiten der Bestattung erörtert.  Hinterher kann eine Entscheidung eine Fehlentscheidung sein, die durch Unwissenheit getroffen wurde aber schmerzlich weh tut. Auch wenn es kein schönes Thema ist, Eltern sollten sich damit befassen und die Rechtsgrundlage und Möglichkeiten der Bestattung kennen.

Sobald eine Frau schwanger ist, wird von einem Fötus gesprochen. Bis zur 11 Schwangerschaftswoche wird von einem Embryo gesprochen, danach von einem Fötus (Quelle: vg. Wikipedia – Embryo).Sollte die Schwangerschaft durchnatürliche Umstände vorzeitig beendet werden, sprechen Mediziner bis zur 12 Schwangerschaftswoche von einem Frühabort/ Fehlgeburt. Danach wird  es Spätabort genannt. Ab einem Körperewicht von 500 Gramm, ist die offizielle Bezeichnung für ein Sternenkind: Totgeburt. 

Seit Mai 2013 werden Sternenkinder, auch mit einem Gewicht von unter 500 Gramm als Personen angesehen. Entsprechend dürfen Eltern ihre stillgeborenen Kinder, unabhängig vom Körpergewicht beurkunden und bestatten lassen. Die Entscheidung obliegt den Eltern. Lt. Gesetzt ist es eine Fehlgeburt und benötigt keine Registrierung im Personenstandsregister.

Das Wort “Fehlgeburt” empfinden viele Mütter und Väter als nicht würdig, so dass heute von einer stillen Geburt gesprochen wird.

Anmerkung: Sollten die Eltern keine Bestattung und Registrierung wünschen, obliegt es der Klinik, wie mit dem Embryo umgegangen wird. Einige Kliniken sammeln und bestatten in einem Sammelgrab. Andere geben es in die normale Klinikentsorgung, wie auch bspw. Abgetrennte Gliedmaßen, Gewebe und ähnliches. Im Gesetz heißt es: “Bestattung muss hygienisch einwandfrei und dem sittlichen Empfinden entsprechen.” Das ist ein wichtiger Punkt, denn nicht alle Kliniken klären darüber auf und Eltern machen sich hinterher ggfls. Vorwürfe oder Gedanken.

Bestattungsmöglichkeiten

Mamazeiten - Bestattungsmöglchkeiten Sternenkind

Keine Eintragung als Person. Die Klinik entscheidet, wie mit dem Embryo/Fötus umgegangen wird. 

Die Asche wird anonym in einem Gemeinschaftsgrab bestattet. Die Organisatoren veranstalten mind. 1x jährlich eine Gedenkfeier. Das Sammelgrab bekommt einen Platz auf dem Friedhof und kann jederzeit besucht werden. 

  1. Auch eine Bestattung mit einem Beerdigungsinstitut ist wählbar – auch für Kinder unter 500 Gramm. 

Baby über 500 Gramm

Kommen Sternenkinder über 500 Gramm auf die Welt, müssen sie lt. Gesetz bestattet werden. Auch in dem Fall können die Eltern, zwischen den oben genannten Möglichkeiten wählen. Die Klinik ist bei Föten über 500 Gramm allerdings verpflichtet in einem Sammelbegräbnis zu bestatten.

Würdevoll Abschied nehmen

Was viele Eltern auch nicht wissen, wenn Kinder spät tot geboren werden, haben die Angehörigen bis zu 36 Stunden Zeit zur Abschiednahme. Die Zeit kann auf Wunsch auch verlängert werden. Unabhängig ob das Baby in einer Klinik geboren wurde, kann die Familie auch zu Hause oder in einem Bestattungsinstitut Abschied nehmen. Was damals normal war, sich von einem Toten zu Hause, über mehrere Tage (Totenwache) zu verabschieden, ist heutzutage kaum noch bekannt und auch nicht vorstellbar. Gesetzmäßig ist es aber nach Bestattungsgesetz erlaubt.

Würdevolle Erinnerungen schaffen

In der traurigen Zeit steht die Welt still. Der Körper funktioniert und richtig klar denken fällt unwahrscheinlich schwer. Wenn es dann seitens des Krankenhauses oder Ärzte keine Unterstützung und Beratung gibt, kann es zu Entscheidungen kommen, die hinterher bereut werden können oder verarbeitet werden müssen.

 Würdevolle Erinnerungen können zum Beispiel Fotos oder Hand- und Fußabdrücke sein. Viele Krankenhäuser sind sehr einfühlsam und gestalten liebevolle Körbchen. Es gibt Vereine, die Kleidung für Sternenkinder nähen oder Decken und den Eltern in der schweren Zeit beistehen. Auch Fotografen, die sich auf die Fotografie von Sternenbabies spezialisiert haben, helfen, bleibenden und würdevolle Erinnerungen zu schaffen.

Wichtig ist es auch, ärztliche Hilfe anzunehmen und ggfls. Sich auch selbst psychologisch betreuen zu lassen.

Als Erinnerung gibt es auch Kissen und Schmuck, Teelichter oder Kerzen zu kaufen. Auch Anbieter, die aus Babykleidung Plüschtiere nähen. Es gibt viele verschiedene Produkte, über die sich betroffene Eltern bestimmt sehr freuen würden.

Fazit:

Es ist wichtig zu wissen, welche Möglichkeiten es gibt und sich darüber zu informieren. Die Entscheidung, ob bspw. Eine Bestattung erfolgen soll oder nicht, müssen die Eltern für sich entscheiden. Niemals darf darüber geurteilt und verurteilt werden. Wer sein Baby verliert, ist in einer Extremsituation und jeder Mensch geht mit dem Thema anders um. Einige Eltern wissen, das sie die Bilder niemals aus dem Kopf bekommen werden und möchten sich schützen. Für Andere gehört die Abschiednahme und die Beisetzung zur Trauerbewältigung. Sicherlich auch ein Unterschied, in welcher Woche es passiert ist.

Wichtig ist vor allem sich vorab zu informieren oder betroffene Freunde beraten zu können. Es ist schlimmer, wenn Betroffene nicht Bescheid wissen und für sich Entscheidungen treffen, die sie später nicht mehr verändern und ungeschehen machen können. Ich selbst spreche da aus eigener Erfahrung, so dass es mir sehr am Herzen liegt, darüber aufzuklären.

Weitere Informationen zum Bestattungsgesetz gibt es hier

 

Was sind eigentlich Regenbogen - Babies?

Mamazeiten - Regenbogenbaby

Der Regenbogen am Himmel entsteht, wenn es regnet und zeitgleich die Sonne scheint. Unsere Eltern und auch heute noch, erzählen wir unseren Kindern. Am Ende des Regenbogens befindet sich ein Schatz. Der Regenbogen gilt auch als

Synonym, um von der Welt in das Jenseits zu gelangen. Besonders bei Haustieren wird oft geschrieben: Gute Reise über die Regenbogenbrücke.

Der Regenbogen ist wunderschön, einmalig und macht uns glücklich.

Eltern, die ein Baby früh verloren haben oder sogar tot auf die Welt bringen mussten – für sie bricht eine Welt zusammen. Ein Schauer, ein Sturm – Weltuntergang. Wenn Sie dann erneut schwanger sind und das Baby das Licht der Welt erblickt, wird das Baby – Regenbogenbaby genannt.

Die Regenwolken werden weniger, die Sonne bricht durch und es entsteht ein Regenbogen. Die Verbindung zwischen den beiden Wetterfronten – ein unheimliches Glück für die Eltern.

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