Die Wohnung kindersicher machen

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  • Beitrag veröffentlicht:April 27, 2020

Von der Küche bis zum Badezimmer - Kindersicherheit zu Hause

Sobald die Kinder mobil werden, muss die Wohnung kindersicher gemacht werden. Dabei spielt natürlich das eigene Sicherheitsbedürfnis, eine große Rolle. Selbstverständlich sollten Kinder generell nicht aus den Augen gelassen werden. Sollten es aber doch mal passieren, ist es auf jeden Fall besser, wenn die Wohnung oder das Haus, kindersicher ist. Diese Liste garantiert keine Zusage auf Vollständigkeit, dennoch enthält sie wesentliche Schutzmöglichkeiten, die sehr sinnvoll sind. Außerdem schärft es den eigenen Blick auf die Thematik. Am Ende des Beitrages, können Sie eine kostenlose Checkliste herunterladen. 

Strom & Beleuchtung

Kindersicherheit Strom

Schon wir haben als Kinder den Spruch mit dem Messer, der Schere und Licht gehört und wissen, Strom kann sehr gefährlich werden. Kinder sind fasziniert von Steckdosen und die Löcher laden förmlich dazu ein, kleine Gegenstände hinein zu fummeln. Kinder können die Gefahren noch nicht abschätzen und es ist an den Eltern gelegen, das Haus/ die Wohnung kindersicher zu machen. 

Es gibt verschiedene Modelle, zum drehen oder mit einer Art Schlüssel. Sollte der Schlüssel weg sein, ist die Steckdose nicht nutzbar. Steckdosensicherungen sind unabdingbar mit kleinen Kindern. Die Löcher in der Wand sind faszinierend aber auch sehr gefährlich, je nachdem womit die Kleinen hinein stechen.

In der Nacht sollte es immer gut beleuchtet sein. Sowohl im Schlafbereich, als auch auf der Treppe. Der Orientierungssinn ist noch nicht so ausgeprägt.

Auch Mehrfachsteckdosen unbedingt mit Steckdosensicherungen versehen. Stromkabel sollten einwandfrei ok sein, sonst austauschen.

Generell aber auch im Bad bspw. der Fön oder Rasierer, sollten nicht in Kontakt mit Kindern kommen. Auch die Kaffemaschine und vor allem der Wasserkocher sollten so platziert werden, dass die Kinder weder am Kabel ziehen, noch anderweitig dran kommen können. Eltern sollten sich angewöhnen, das Gerät vom Strom zu trennen und sogar das Gerät nach der Nutzung weg räumen.

Elektrik im Kinderzimmer und elektronisches Spielzeug, sollte immer ein Prüfsiegel haben und nie mehr als 24 Volt.

Das Haus/ Wohnung sollte über einen FI Schutzschalter (Fehlerstrom – Schutzschalter) verfügen. Das bedeutet, die Hauptsicherung unterbricht den kompletten Stromkreis, sobald ein technisches Gerät nicht einwandfrei funktioniert.

Generell sollten Kabel, ob Putz oder an anderen Geräten, Mehrfachsteckdosen usw. immer mal wieder überprüft werden. 

 

Niemals Elektrogeräte verwenden, wenn das Kind/die Kinder, bpsw. in der Badewanne sitzen.

Teppich & Möbel

Kindersicherheit - Möbel

Sobald die Kleinen mobil werden, sind sie im Entdeckermodus. Höhe abschätzen oder ob Gegenstände leicht oder schwer sind einschätzen, können sie jedoch noch nicht. Feuer bspw. fasziniert und ein Kind würde nicht stoppen, um sich am Kamin selbst hochzuziehen. 

Teppiche können mit einer Antirutschmatte versehen werden, damit die Kleinen bspw. beim toben, nicht fallen. 

Gegen Stöße am Tisch, gibt es einen Tischkantenschutz. Die Plastikteile werden auf die Kanten geklebt und verhindern zwar den Stoß selbst nicht, können aber schlimmeren Verletzungen vorbeugen. 

Für Türen gibt es spezielle Türschutze, die das schließen der Tür verhindern und die Hände nicht geklemmt werden können. 

Das Wohnzimmer sollte dahin gehend betrachtet werden, ob bspw. eine Gefahr beim Sofa besteht, dass  das Kind/ die Kinder, über die Lehne oder vom Sofa fallen könnten. Ein Schrank dahinter oder eine Matte vorne, kann Einiges verhindern. 

Tischdecken und schwere Gegenstände sollten nicht auf dem Tisch liegen.

Kamin mit Kaminschutzgittern absichern. Auch wenn das Kind verständnisvoll ist und nicht direkt an den heißen Kamin fassen würde – beim toben kann es zu Stürzen kommen. Ein laufender Kamin ist sehr gefährlich, denn eine Kinderhand würde regelrecht fest kleben und könnte nicht ohne weiteres wieder weg genommen werden. Das gleiche gilt für Backöfen, die keine spezielle Verglasung haben

Herdplatten können durch ein Herdschutzgitter abgesichert werden. Je nachdem was es für ein Herd ist, würden die Hände regelrecht kleben bleiben und schwerwiegende Verbrennungen auftreten. 

Ist der Kühlschrank halbhoch, ist zu überlegen, ob auch hier eine Türsicherung angebracht wird, dass die Kinder ihn nicht alleine öffnen können. Liegt im obersten Fach das Objekt der Begierde, beginnen die Kleinen zu klettern und können damit einzelne Etagen aus dem Kühlschrank reißen.

Treppen und Kellertreppen können durch Treppenschutzgitter gesichert werden. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass sie auch wirklich stabil angebracht und so hoch sind, dass das Kind/ die Kinder, sich nicht drauf stützen oder drüber klettern können. 

Kinder auf einem Hochstuhl niemals alleine lassen und anschnallen. Sobald sie aktiv werden, beginnen sie zu klettern und es gilt: der Kopf ist am schwersten und ein Kind würde kopfüber auf den Kopf fallen und sich nicht abfangen können. 

Glas

Ein Stein, vom Rasenmäher ins Fenster geschleudert, macht ein tiefes Loch in die Scheibe, die dann springt. Kinder, die mit Gläsern in der Hand fallen, können schwere Verletzungen erleiden. Glas ist ein sensibles Thema, dass besondere Maßnahmen voraussetzt. 

Wenn Sie Glastüren in der Wohnung haben, diese sind meist kein Sicherheitsglas und gehen durch hineinwerfen von Gegenständen oder wenn dagegen gelaufen wird, schnell zu Bruch. Glas kann zu tiefen Schnittverletzungen führen. Es gibt spezielle Glasschutzfolien, die auf Glasflächen geklebt werden.

 

Glasgläser sind bei Kindern ebenfalls zu vermeiden. Durch kräftiges zubeißen kann es dazu kommen, dass ein Glas, dass vielleicht schon einen nicht sichtbaren Haarriss hatte, kaputt geht und bspw. Die Lippe verletzt oder Glassplitter in der Lippe verbleiben. Auch sollte niemals mit einem Glas in der Hand durch die Wohnung gelaufen werden.

Generell ist unbedingt darauf zu achten, dass bspw. zersplitterte Gläser nicht nur aufgesammelt, sondern auch großräumig gesaugt wird. Besonders auf Fliesen fliegen kleine Glassplitter mehrere Meter. 

Wenn Sie einen kindersicheren Haushalt haben möchten, gibt es noch weitere Bereiche, die nicht weniger Beachtung bekommen sollten. Dazu gehören Putz- und Hygieneartikel, Medikamente, das Kinderzimmer, Fenster & Balkon und allgemeine Tipps.

  • Putzmittel sollten immer in einem verschlossenen Schrank stehen. Es gibt spezielle Türsicherungen, die Kinder nicht aufbekommen. Besonders Spülmittel, Geschirrspültabs oder Mittel für die Spülmaschine, sollten für Kinder unerreichbar sein.

    Das gilt auch für den Abstellraum und Waschmittel, Weichspüler oder Putzmittel, wieFensterreiniger, Bodenreiniger usw..

  • Hygieneartikel, wie bspw. Shampoo und Duschgel, gehören ebenfalls nicht in Kinderhände. Die bunten Flaschen faszinieren und schnell probieren die Kleinen.

  • Alle Medikamente, ob pflanzlich oder nicht, sollten in einem verschließbaren Schrank, gelagert werden.
  • Keine Medikamente offen liegen lassen
  • Medikamente im Kühlschrank nach oben legen
  • Achten Sie immer darauf, dass Kinderbett in der Höhe anzupassen. Sobald das Kind sich anfängt hochzuziehen, sollte die Einstellung tiefer gesetzt werden.

  • Kaputtes Spielzeug. Schauen Sie regelmäßig das Spielzeug an und reparieren oder entsorgen Sie kaputtes Spielzeug

  • Fixieren Sie niemals die Bettdecke an den Gitterstäben, damit das Kind sie nicht weg strampelt. Es kann dazu kommen, dass es unter die Decke rutscht und erstickt

  • Babies, die sich bereits drehen können – niemals auf dem Wickeltisch unbeobachtet lassen – auch nicht für 10 Sekunden.

Auch die Fenster sollten nicht offen stehen – egal wie hoch oben sie sind. Kinder sind kreativ und klettern gerne. Es gibt auch abschließbare Fenstergriffe, die bei älteren Kindern auf jeden Fall Sinn machen.

 

  • Welche Wohnzimmerpflanzen giftig sind, lesen Sie in diesem Artikel
  • Schauen Sie, dass kein Schmuck bspw. Eine Holzkette mit Perlen herumliegt, die zerrissen

    werden könnte. Achten Sie generell auf verschluckbare Teile

  • Lassen Sie niemals Kerzen unbeaufsichtigt stehen und außer Reichweite von Kindern

     

 Eltern sollten sich einmal kniend durch die Wohnung bewegen und so die Sicht ihres Kindes nachempfinden. Sie werden erstaunt sein, wie anders die Wahrnehmung ist. Auch Kinder sollten durch ein klares „Nein“ lernen, was sie dürfen und was nicht. Eine Erklärung sollte natürlich dazu gehören, dass auch die Kinder die Zusammenhänge mit der Zeit verstehen lernen.

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Kinder untersuchen Gegenstände, Pflanzen und Alles, was sie in die Hände bekommen, gerne mit dem Mund. Im Garten ist besondere Vorsicht geboten:

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